Inspiration und Schatten

Eine Kurzgeschichte von mir.
Rechtschreibfehler müssen noch angepasst werden.

Inspiration und Schatten

I - Präludium

Inspiration. Ein sehr individueller Begriff. Ich hasse ihn. Oder mag ich ihn? Ja, damals schon. Wie lange war es her? Ich kann mich kaum noch erinnern. Nur noch der Partezettel an der Wand gibt mir ein Zeitgefühl. Lydia und Teresa Hamlinton. Verstorben 1999. Das Geschwätz unter den Fotos lese ich mir nie durch. Es ist eine Farce, bei der ich jedes Mal kotzen könnte.

„Gott nimmt seine Kinder in sein heiliges Reich auf“. Das Übliche halt, ihr wisst schon. Ein besoffenes Arschloch ermordete geliebte Frau und sechzehnjähriges Mädchen. Das sollte da stehen. Zumindest in der Zeitung. Die war jedoch zu beschäftigt, über Prominente zu berichten und mit flachen Witzen, den Geisteszustand ihrer Leser in Frage zu stellen. Obwohl es eher eine Bestätigung, als eine Frage darstellte. Ein betrunkener Autofahrer, der die Familie eines Autors auslöscht ist doch langweilig. Kennt man doch schon.

Wie oft habe ich mir gewünscht, an diesem Tag auch im Auto gewesen zu sein? „Hol doch selbst Teresa von der Schule ab, ich muss mich konzentrieren“. Die letzten Worte, die ich und meine Frau wechselten. Dann fiel die Haustür in ihre unbarmherzig kalten Angeln. Meine letzten Bücher waren alle so schlecht, dass ich sie selbst nicht lesen konnte. Wie lange ich mich im Arbeitsraum einschloss, weiß ich nicht mehr. Hmpf. Arbeitsraum. Ein Loch war es. Die Zigarettenschachteln stapelten sich und ich konnte vor lauter Dunst mein eigenes, verkatertes Gesicht nicht mehr im Spiegel sehen. Hatte ja auch gar keinen hängen, aber wenn ich so ein Ding gehabt hätte, wäre es so gewesen. Mir wollte nichts einfallen. Einen Tag vor dem Unfall hörte ich ein leichtes Pochen an der Tür. Es hörte sich dumpfer als gewöhnlich an. Wunderte mich jedoch nicht, ich war ja auch besoffen. Blicke ich heute zurück, muss es ein erbärmlicher Anblick gewesen sein. Besonders für meine Tochter. Aber in diesem Zustand ging ich Terese grundsätzlich aus dem Weg. Lydia kam mit einem Paket unter dem Arm herein. Als das grelle Licht durch den Türspalt drang und die Dunkelheit durchschnitt, wurde mir beinahe schlecht.

Sie warf mir das Paket auf den Schreibtisch und verschwand gleich wieder. Die Kippe fiel mir runter und ich versengte mein wunderschönes, weißes Hemd. Obwohl, mittlerweile durfte es schon schwarz gewesen sein. Gelangweilt öffnete ich das Paket. Freuen konnte ich mich sowieso über nichts mehr. Es war ein Poster. Ich breitete es auf meinem Schreibtisch aus und betrachtete es. Es war sehr dunkel gehalten. Ein großer See mit einem Waldstück. Darüber war ein Mond zu sehen, welcher in meinen Augen nicht mystisch aussah, sondern nur hässlich. Wie eine Fratze, die den See verschlingen möchte. Aber vermutlich bin ich zu oberflächlich. Esoterik ist für mich ein Fremdwort. Unter dem Fressritual des Mondes stand in fetter Schrift: Inspiration. Dann schlief ich ein.

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Karins erster Nachtdienst verging überraschend schnell. Leider musste sie erkennen, dass sie eingeschlafen war. Ihr braunes Haar war zersaust und ihr Gesicht wurde von dem Abdruck ihrer Armbanduhr verziert. Sie schlenderte im Halbschlaf zum Kaffeeautomaten. Koffein war in diesem Beruf Ambrosia. Plötzlich wurde die trügerische Stille zerfetzt. Schrille Schreie waren zu hören. Karin ließ geschockt den Kaffee fallen und blickte sich entsetzt um. Die Schreie wurden leiser und verstummten zu einem ärmlichen Wimmern.

Die Schreie kamen aus Zimmer 303. Noch eine halbe Stunde, bis ihre neuen Kollegen die Arbeit beginnen. Sie hatte entsetzliche Angst. Die Schritte bis zur Tür, kamen ihr wie eine Ewigkeit vor. Sie umklammerte ihren Glücksbringer, einen goldenen Marienkäfer, und öffnete langsam die Tür.
Schnell durchstreifte ihr Blick das gesamte Zimmer. Die weißen Wände schmerzten in den Augen und sie erkannte, dass der Vorhang abgerissen war. Ein leises Schluchzen kam aus der Ecke. Karin sah, wie ein junges Mädchen zusammengekauert auf dem kalten Boden saß. Tränen flossen über ihre Wangen und sie kuschelte sich an einen Vorhang. Die Kleine sah mitleiderregend aus. Ihre schwarzen Haare hingen ihr in das zierliche, magere Gesicht und ihre Augen waren von einem tiefschwarzen Schatten umgeben. Nur mit einem weißen Nachthemd bekleidet, saß sie da.

Karin ging langsam auf das Mädchen zu, welches zusammenzuckte und sich hinter einem Holzbett versteckte. Wie sollte man in so einer Situation reagieren? Hinlaufen und trösten? Warten? Warten schien die beste Alternative zu sein. Karin setzte sich auf das Bett und beobachtete das Mädchen. Der kleine Kopf war zwischen die Knie gesunken und manchmal blitzen die schwarzen Augen hervor. Ein kleines, weißes Kärtchen war am Bett befestigt. So klein geschrieben, dass man es kaum entziffern konnte. Teresa Hemlinton.

Teresa wippte vor und zurück, wie in Trance. Karin versuchte immer wieder sie anzusprechen. Keine Reaktion. Sie war in ihrer eigenen, dunklen Welt gefangen.  Das Spital war schon eine komische Einrichtung, dachte Karin. Kranke Menschen waren im oberen Geschoss des Neubaus untergebracht. Die anderen Patienten, wo man nicht wusste, welche Krankheit sie hatten, waren im unteren Geschoss. In den meisten Fällen handelte es sich um psychische Beeinträchtigungen, welche nicht zufriedenstellend diagnostiziert werden konnten. Irgendwie wirkte alles isoliert. Den Beruf übte sie nicht freiwillig aus. Das liebe Geld zwang sie dazu. Obwohl, man konnte es nicht einmal als besseres Taschengeld bezeichnen. 600 Dollar. Sie war einfach nur eine Aushilfskraft im St. Victoria Hospital. Sie durfte nicht einmal die Patientenakten betrachten, sondern musste sich mit den halbherzigen Erklärungen des Personals begnügen.

Karin schnellte hoch, als plötzlich die Tür aufging und ein greller Lichtstrahl die Dunkelheit durchbrach.  Ein großer Mann betrat das Zimmer, mit schweren, dumpfen Schritten. Die Neonröhren spiegelten sich auf seiner Glatze wieder. Die Knöpfe seines blauen Mantels waren geöffnet und man konnte sein speckiges, verschwitztes Unterhemd sehen. Der Mann wirkte wie ein gealterter Alfred Hitchcock, der die besten Jahre bereits hinter sich hatte und sich weder um sich selbst, noch um andere Menschen kümmern wollte.  Er blickte skeptisch zu Karin. „Hat unser kleiner Rauschgoldengel wieder nicht gut geschlafen?“. Ein breites, widerliches Grinsen kam zum Vorschein. Es war die pure Verachtung, die man erkennen konnte. „Ich hörte sie schreien, da bin ich zu ihr gegangen. Sie reagiert aber nicht, wissen sie wie man ihr helfen kann?“ erwiderte Karin.

Der Mann kramte in seiner Hosentasche. Nun konnte man seinen dicken, schmerbäuchigen Wanst sehen. Er holte ein silbernes Päckchen hervor und öffnete es mit seinen Zähnen. Eine Spritze fiel heraus. „Diese Teresa, macht uns immer Ärger. Ständig plärrt sie herum“. Dabei rollte er genervt mit den Augen. Er wandte sich zum Waschbecken, an dem eine Plastikflasche mit einer durchsichtigen Flüssigkeit hing und füllte die Spritze. Er ging langsam zu Teresa und schob die weißen Ärmel des Nachhemdes hoch. Sie zuckte nicht einmal, als die Spritze ihren dünnen Arm durchbohrte. Der Kerl blickte gelangweilt auf die Uhr.  „Nun dürfte sie bis vier Uhr schlafen“. Und so verließ er das Zimmer so schnell, wie er gekommen war. Karin war so perplex, dass sie weder einen klaren Gedanken fassen, noch antworten konnte. Das Mädchen kippte nach vor und schlug mit dem Kopf gegen das Holzbett. Die ganze Situation wirke unwirklich, surreal, wie in einem Traum. Wie konnte dieser Kerl nur so mit dem Mädchen umgehen?

Mit großer Anstrengung zerrte sie Teresa auf das Bett. Ihr regungsloser Körper hatte sicher das Doppelte an Gewicht gewonnen. Karin verdunkelte das Zimmer und setzte sich neben das Mädchen. Langsam streichelte sie ihr durch das Haar und über das vermeintlich leblose Gesicht.
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Es war dunkel. Ich versuchte die Augen zu öffnen, aber ich bekam sie nicht auf. Was war das nur für eine Nacht. Mein Kopf schmerzte so sehr, dass ich mich beinahe übergeben musste. Ich schob den Vorhang beiseite und grelles Licht durchströmte den Raum. Immer diese Alpträume. In letzter Zeit denke ich wieder zu sehr an meine Familie.

Gerade als ich aufstehen wollte, schoss mir ein Schmerz durch den Körper. Fluchend sah ich, dass ich den Aschenbecher zerbrochen hatte und jetzt einen großen, schimmernden Splitter im Fuß stecken hatte. Ich biss die Zähne zusammen und zog an dem Eindringling. Er steckte ziemlich fest und das warme Blut strömte vorbei und spiegelte sich im Splitter wieder. Ich kann es nicht mehr beschwören, aber in meinen Erinnerungen, spiegelte sich auch der Mond des Posters im Glas wieder und vermischte sich zu einem blutigen Grinsen. Ich humpelte langsam durch das Vorhaus, verlor vor dem Arzneikasten den Halt und flog der Länge nach auf den schmutzigen Fußboden. Meine Wohnung war dreckig, wie noch nie zuvor. Habe ich bereits von der Wohnung erzählt? Als mich meine Familie verließ, verkaufte ich unser Haus und tauschte es gegen eine kleine Wohnung ein. Die Erinnerungen ließen mir keine ruhige Minute. Für einen einsamen, alten Mann, reichten die paar Zimmer vollkommen aus.

Mit einem kräftigen Ruck, zog ich den Splitter heraus und verband die Wunde.
Der Schmerz hielt sich in Grenzen. „Scheiss Aschenbecher“. Aber ich war selbst Schuld, warum musste ich auch jeden Tag, mindestens 40 Zigaretten rauchen? Meine Lunge war vermutlich schon so schwarz, wie das Loch in meinem Herzen.

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II - Erkenntnis

Es war bereits 14.00 Uhr, als Karin erneut zu ihrer Patientin blickte. Sie schlief noch immer. Hatte ihre traurigen Augen geschlossen. Was wohl mit ihr geschehen ist? Warum redet sie nichts? Was hat sie am Abend geträumt? Warum will ihr niemand helfen, sondern sie nur ruhig stellen? Sie versuchte behutsam, Teresa zu wecken, aber sie reagierte nicht. Kann sie sich überhaupt noch an ihren Namen erinnern? Karin rüttelte an der Bettdecke und kleine, rote Schmetterlinge kamen zum Vorschein. Sie bewegten sich und schienen davonfliegen zu wollen, ehe sie einen Kreis bildeten und verstummten.

Blut tropfte auf den Fußboden. Auf dem Nachttisch, stand noch das Frühstücksgeschirr und die Semmel war etwas angenagt. Das Frühstücksmesser war blutverschmiert. Karin riss die Bettdecke bei Seite und war wie gelähmt. Der Fuß von Teresa war überseht mit Schnittwunden und das Blut sickerte bereits in die Matratze. Eine schrille Glocke hallte durch das Spital, wie ein verzweifelter Schrei von einem verwundeten Tier. Kurz darauf stürmte ein kleiner, unscheinbarer Mann in das Zimmer. Dr. Emmer, wie sein Namensschild preisgab. Sein weißer Kittel wehte wie ein Papier im Aufwind, als die Tür in die Angeln flog. „Was ist hier passiert?“. Seine Stimme klang besorgt. „Endlich jemand, der sich um das Mädchen Sorgen macht“, dachte sich Karin.

Er blickte hastig zu dem Mädchen und sah das blutverschmierte Messer. „Nicht schon wieder“, murmelte er. Karin assistierte bei der Wunddesinfektion und Dr. Emmer nähte die Wunden. „Das ist schon das zweite Mal diesen Monat. Hat ihnen niemand gesagt, dass sie keine scharfen Gegenstände hier liegen lassen dürfen!?“. Seine Stimme klang diesmal richtig wütend, doch wußte er insgeheim, dass seine Wut fehlgeleitet war. Karin fing an zu stottern. War es tatsächlich ihr Fehler? Nein. Niemand hat ihr etwas mitgeteilt. Sie trifft keine Schuld. Aber warum fühlte sie sich dann so schuldig?  „Ich… Ich wusste es nicht. Mir hat niemand etwas mitgeteilt...“, würgte sie hervor. Ihre Stimme war staubtrocken und hörte sich an wie ein Krächzen.

„Schon gut. Ich werde ihnen ab jetzt helfen“, murmelte er in seinen Vollbart, welcher beinahe sein gesamtes Gesicht umgab. Während der gesamten Operation, gab Teresa keinen Laut von sich. Ihr Körper war noch von den Medikamenten betäubt. Aber wie konnte sie sich dann selbst verletzen? Emmer wandte sich Karin zu. „Autoaggression ist eine furchtbare Krankheit. Frau Hamlinton ist erst seit kurzem in unsere Klinik gekommen und das ist schon der zweite Vorfall der sich ereignete. Man fand sie in einem Waldstück, in der Nähe von Michigan. Sie war mehr tot als lebendig und völlig verstört. Sie wurde mit einer massiven Kopfverletzung zu mir gebracht. Was sie genau durchgemacht hat, wissen wir nicht. Es gibt keine Vermisstenanzeigen, keine Familie und sie hat noch nie ein Wort gesprochen“.

„Dadurch, dass man sie unter Drogen setzt, wird es aber auch nicht besser“, erwiderte Karin gereizt.  Ein Verhalten, dass sie noch im selben Moment bereute, aber manchmal drängen sich Emotionen vor, ohne das sie ein Mensch halten kann. Dr. Emmers Miene verfinsterte sich. „Das ist nur eine Vorsichtsmaßnahme, bis wir einen geeigneten Psychologen gefunden haben. Ihnen ist es vermutlich bereits aufgefallen, aber wir sind hoffnunglos unterbesetzt. Der frühere Psychologe des Krankenhauses hat leider vor einigen Wochen Suizid begangen". Eine traurige Ironie, aber in den Jahren sehen diese Menschen wohl genügend Leid. "Das Mädchen braucht jemanden, bei dem sie geborgen ist. Sie zum Beispiel machen jetzt schon einen besseren Eindruck auf mich, als dieser Erick in den ganzen Jahren". Karin horchte auf. „Dieser dicke Kerl, der Teresa das Medikament verabreicht hat?“.  „Korrekt. Er ist der schlechteste Arzt, den dieses Spital je gesehen hat. Leider ist er an einen speziellen Vertrag gebunden, der ihn unkündbar macht. Bedanken sie sich bei der Verfassung und seinen Eltern, welche bei der Gründung dieser Einrichtung beteiligt waren. Wenn sie wüssten, wie ihr Sohn mit den Patienten umgeht, würden sie sich seiner schämen“.

Die Stunden vergingen und die Sonne wich der Nacht. Dr. Emmer war wieder in seine Abteilung im oberen Neubau zurückgekehrt. Er war eigentlich Chirurg, kümmerte sich aber trotzdem auch um andere Patienten. In diesem Krankenhaus waren die Aufgabengebiete wohl eher vage Richtlinien und die Mitarbeiter hatten Mühe, alles am Laufen zu halten. Karin saß am Bett und beobachtete das Mädchen. Erst nach zwei Stunden öffnete es die Augen. Beide verharrten einige Minuten und starrten sich an. Teresas Augen hatten einen melancholischen Ausdruck. Wie ein dunkler Teich, dessen Grund unerreichbar scheint. Sie schienen Karin mit Fragen zu durchbohren. Warum hilfst du mir nicht? Warum lässt du mich nicht nach Hause? Ich will doch nur zu meiner Familie. Dennoch schien sich eine angenehme Stille im Raum auszubreiten. Endlich war Teresa nicht mehr alleine, wenn sie aufwachte. Vorsichtig, richtete sie sich im Bett auf und berührte mit der Handfläche Karins Wangen. Dabei spielte sich ein kleines Lächeln um ihre Lippen. Ihre Pupillen waren noch erweitert, doch man hatte das Gefühl, dass sie endlich wieder in der Realität war. Der surreale Albtraum war endlich beendet. Teresa starrte auf ihre Füße, die mit einem dicken Verband eingebunden waren. Ihr Blick war unwirklich, als wüsste sie gar nicht, was geschehen war.

Karin wollte ihr keine Vorwürfe machen und bereitete ihr das Abendessen vor. Die Verletzungen, wollte sie nicht mehr erwähnen. Es gab Haferbrei mit einem Pfirsichkompott. Nicht besonders lecker, doch die Kleine musste bereits einen furchtbaren Hunger haben. Teresa nahm selbstständig den Löffel und versuchte zu essen. Der Haferbrei tropfte ihr aus dem Mund. Anscheinend war der Kopfbereich noch immer etwas taub. Karin nahm den Löffel und begann sie zu füttern. Oder wie es korrekt heißt: Sie war ihr bei der Nahrungsaufnahme behilflich. Manche Begriffe sind moralisch nachvollziehbar, andere nicht. Es schien ihr zu schmecken. Die nächsten Wochen gestalteten sich wie in einem Traum. Karin bekam von Dr. Emmer die Bestätigung, dass sie nun alleine für Teresa verantwortlich sei, worüber sie sehr froh war. Bei Problemen, könnte sie sich immer an ihn wenden. Durch die Einzelbetreuung, bekam sie nun auch das volle Gehalt. 1500 Dollar. Selbstverständlich, musste sie nun länger arbeiten, aber sie wußte, dass es ihre Aufgabe war, sich um das Mädchen zu kümmern. Endlich konnte sich Karin etwas leisten und begann, ihre spärliche Wohnung mit neuen Möbel von Ikea einzurichten. Auch wenn sie nun mehr Geld besaß, so wollte sie ihren Verdienst nicht für teure Möbel ausgeben. Seit Ewigkeiten war sie endlich wieder zufrieden. Wenn sie die Haustür öffnete, stieg ihr sofort der Geruch des Herbstes in die Nase und sie konnte sehen, wie sich die Bäume im Wind bewegten.

Auch Teresas Zustand verbesserte sich in den vergangenen Wochen merklich. Die dunklen Augenringe wichen zurück und endlich konnte man Farbe im Gesicht erkennen. Karin war für sie, wie eine Freundin geworden. Sie half ihr beim Anziehen, spielte mit ihr und unterstützte sie, wo sie nur konnte. Dieses Unterfangen gestaltete sich jedoch schwieriger, als man denken würde. Bis jetzt hatte sie noch nie gesprochen, jedoch konnte man alle Wünsche anhand ihrer Mimik und Gestik ablesen. Auch die Albträume wichen zurück, wie die Dunkelheit aus Teresas Gesicht.
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Heute habe ich den ganzen Tag ferngesehen. Dumme, muskelbepackte Helden retten im halbstündigen Rhythmus die Welt. Neben mir, lag mein treues Notizbuch um Ideen für mein Buch aufzuschreiben. Ideen? Geklaute Inhalte aus Filmen, trifft es eher. Aber es gibt immer Menschen, die sich an Altbewehrtes halten und den Unterschied nicht bemerken. Zumindest hoffte ich das.

Lydia war so weit weg, wie noch nie zuvor. Ich dachte kaum noch an sie. Auch Teresa war verschwunden. Aber es tat gut, zu vergessen. Den Schmerz loszulassen. Alleine zu sein.
Ich möchte vergessen…
Vergessen….
Für immer.

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 III - Wandel
Die kalte Jahreszeit brach herein. Die Bäume verloren ihre bunten Kleider und wurden kahl.
Karin nutzte den Herbst, um einen geeigneten Psychologen für Teresa zu finden. Doch ein Vorstellungsgespräch wich dem anderen. Eine innere Stimme sagte ihr, dass irgendwann jemand kommen musste, dem sie vertrauen konnte. Sie wollte einen einfachen Menschen, der sich wirklich um seine Patienten kümmert. Mit Herzblut seine Arbeit verrichtet. Oder noch besser, es gar nicht als Arbeit, sondern als Bestimmung betrachtet. Der Gedanke war sowohl unwirklich, als auch klischeehaft, denn in der ersten Linie zählt das Geld. Wer behauptet, dass Geld nicht das wichtigste im Leben ist, hat auch genügend davon.  Die meisten Menschen erfüllten dieses Kriterium nicht. Sie saßen im Anzug da und aus ihrem Mund kamen nicht gefühlsvolle Worte, sondern pädagogisch korrekte Sätze, die aus einem Lehrbuch gestammt haben könnten. Doch eine Person war anders. Rebecca Irvine. Sie trug einen hellblauen Pullover und einen schwarzen Rock. Ihre Haare waren nach hinten gebunden und wurden durch einen lila Haargummi davon abgehalten, nach vorne zu fallen. In ihrer linken Hand hielt sie die Akte über Teresa, welche bereits etwas verknittert war.
Ihre Erscheinung war erfrischend anders, doch sie wirkte nervös.

Noch bevor Karin sie etwas fragen konnte, erkundigte sich Rebecca um Teresas Gesundheitszustand. Das hat bis jetzt noch niemand getan. „Entschuldigen sie, ich wollte nicht gleich fragen, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Rebecca.“. Sie reichten sich die Hände und Karin merkte, wie die Hände der jungen Frau zitterten. Sie war sichtlich nervös und knabberte während ihrer Unterhaltung ständig an den Fingernägeln. Für viele Menschen ein Grund, Bewerber abzulehnen. Sie war 25 Jahre alt und gerade mit dem Studium fertig geworden. Außer ein paar Praktikumsstunden, hatte sie keinerlei Berufserfahrung. Hier wurde also nicht nur um die freie Stelle gehandelt, sondern auch um Rebeccas Zukunft. Endlich erwachte die innere Stimme, auf die Karin lange wartete. Ja. Sie hatte ein gutes Gefühl. Nach einem halbstündigen Gespräch, welches überwiegend von Teresa handelte, bekam Rebecca die Zusage. Ihr Gesicht strahlte eine Freude aus, die beinahe ansteckend wirkte.  Der erste Dezember, war gleichzeitig Rebeccas erster Arbeitstag. Von Teresas Zimmer aus, hatte man einen herrlichen Ausblick in den Garten des Spitals. Das Mädchen saß vor dem Fenster und beobachtete, wie sich der Schnee vom Geäst der Bäume löste und auf den Boden rieselte. Rebecca legte ihre Hände auf Teresas Schulter. Karin vermutete, dass sie zusammenzucken würde. Dem war jedoch nicht so. Das Mädchen drehte sich um und sah Rebecca in die Augen. Schwarz und Blau trafen aufeinander. Sie lächelten.

Das erste Förderprogramm sollte sein, Frau Hamlinton zum Sprechen zu ermutigen.
Karin holte ein Kartenspiel, auf dem verschiedene Gegenstände abgebildet waren.
Rebecca nahm eine Karte und hielt es Teresa vor das Gesicht. Ein rotes Auto war abgebildet.
„Auto. A…u….t…o“. Das Mädchen öffnete den Mund, jedoch lösten sich nur ein paar Wortfetzen, welche sich wie das Gebrabbel eines Kleinkindes anhörten. Es war nicht viel, aber der Versuch zählte. Fördermaßnahmen dauern oft Monate, wenn nicht Jahre und auch wenn es das Fernsehen suggeriert, niemand wacht aus einem Koma auf und läuft durch das Krankenhaus.
Rebecca vermutete, dass Teresas psychischer Zustand normal, das Sprachzentrum jedoch geschädigt ist. Ob die Kopfverletzungen, oder ein traumatisches Erlebnis als Ursache in Frage kommen, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

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Ich drehte mich um. Meine Wohnung war jetzt so weit entfernt, dass ich das Gebäude kaum noch erkennen konnte. Aber ich spürte, dass es der richtige Weg war. Endlich konnte ich mich wieder frei bewegen. Ich entschloss spontan, einkaufen zu gehen. Vor ein paar Monaten, war dieser Gedanke noch unvorstellbar. Ich ließ mir alle Lebensmittel von einer Firma liefern, oder bat meine Nachbarn um Hilfe. Die rollten meistens nur mit den Augen, halfen mir jedoch trotzdem. Das Getratsche ignorierte ich. Hinter geschlossenen Türen, gab es sicher nur das eine Thema. „Der Schriftsteller von unten, ja genau der. Der verliert langsam den Verstand. Dieser Kerl sperrt sich nur noch in seiner Wohnung ein!“.

Achtundneunzig. Neunundneunzig. Hundert! Ich klammerte mich an die Straßenlaterne und blickte wieder zurück. Ich spürte die Blicke der Passanten, die mich zu durchbohren schienen.
Aber ich kam mir auch verrückt vor. Die Zeit der Isolation nagte noch an mir. Ich entwickelte merkwürdige Phobien. Dazu gehörte auch, dass ich mich jede Hundert Meter umdrehte. Idiotisch? Ja. Das war es, jedoch gab es mir ein Gefühl der Sicherheit. Aber das Gefühl der Sicherheit an sich ist bereits idiotisch, da kein Mensch wirklich sicher ist.

Nach einer halben Stunde erreichte ich den Mega Markt. Ein typisch amerikanisches Geschäft.
Es bestand aus drei Stockwerken. Im Erdgeschoss gab es Lebensmittel und Kleidung, im Obergeschoss Möbel und Textilien und in der Mitte war die Elektronikabteilung. Hier arbeitete meine Frau. Es war eine schöne Arbeit und in der Mittagspause fuhr sie immer nach Hause, um mir und Teresa das Mittagessen zu kochen. Ich verdrängte die Erinnerungen und ging in das Lebensmittelgeschäft. Nervös blickte ich mich um. Zu viele Leute. Ich musste immer aufpassen, dass ich niemanden anrempelte. Ich füllte meinen Einkaufswagen mit Tiefkühlpizza, Gemüse und dem wichtigsten Getränk um ordentliche Ideen zu sammeln. Bier!
In der Fleischabteilung musste ich etwas warten, bis ich bedient wurde.

„Wie darf ich ihnen helfen?“, fragte der Fleischhauer. Er war wirklich freundlich.
Auch wenn seine weiße Schürze, voller Blut war. Er wirkte recht ungepflegt und seine Haare waren schmierig. Ein recht hässlicher Zeitgenosse, möchte man meinen. Aber ich war niemand, der Menschen nach Äußerlichkeiten bewertet.
„10 Pfund Rinderhack bitte“, erwiderte ich. Ebenfalls lächelnd.

Ich packte das Fleisch in den Einkaufswagen und stellte mich zur Kassa. Ich war total eingeengt. Sowohl vor mir, als auch hinter mir bildete sich eine Menschenschlange.
Ich fing zu schwitzen an. Kleine Perlen lösten sich von meiner Stirn und tropften auf den Boden. Es war unangenehm heiß. Ich hatte das Gefühl, als würden mich die anderen Menschen beobachten. Ich musste raus! So schnell wie möglich raus. Nur noch zwei Leute vor mir. Macht schneller! Beeilt euch! Ich stieg von einem Fuß auf den anderen, wie eine dicke Frau auf einem Heimtrainer. Na endlich. Ich bezahlte bei der Kassiererin, ich sah sie nicht einmal an, und rannte los. Vermutlich hielten mich alle für einen Ladendieb. Der Ausgang! Ich rannte so schnell die Straße hinunter, wie ich nur konnte. Meine Beine waren taub und manchmal hatte ich das Gefühl, als würde ich ins Schwanken geraten. Nur noch ein paar Meter. Ich stürmte die Treppe nach oben, riss die Haustür auf und schlug sie hinter mir zu, dass ein Donnern durch das Treppenhaus hallte. Ich hatte es geschafft

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Rebecca stand in Teresas Zimmer, welches vollkommen leer war. Nur das Geräusch der Äste, die gegen die Fensterscheibe schlugen, war zu hören. Vermutlich ging Karin mit ihr am Gang spazieren. Gerade als sie nachsehen wollte, betrat Karin das Zimmer. Sie gähnte laut. „Guten Morgen Becky. Sie sahen sich einen Moment fragend an. Teresa war verschwunden.

Sie begannen, dass Mädchen im ganzen Spital zu suchen. Teresa war weder im Spielzimmer, noch im Fernsehraum. Sogar das Bad und die Toiletten im oberen Stockwerk wurden durchsucht. Sie war wie verschwunden. Man überlegte bereits ob es nicht ratsamer wäre, die Polizei zu rufen. Karin wollte gerade ihr Handy aus Teresas Zimmer holen, als sie ein leises Stöhnen hörte. Es war so leise, dass man es kaum wahrnahm. Der Kleiderschrank? Karin öffnete die kleinen Schranktüren, deren Scharniere laut quietschten. Teresa lag zusammengekauert zwischen den Kleidern und war in ihrer Wolldecke eingewickelt. Sie schien wie im Tiefschlaf. Erst nachdem Karin kräftig an ihr rüttelte, öffnete sie die Augen für einen kurzen Moment. Dann verdunkelte sich die Umgebung wieder für das Mädchen. Erst nach zwei Tagen wachte sie wieder auf. Irgendetwas schien gewaltsam an ihrer Energie zu zerren.
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Haha. Geschafft! Ich verhandle gerade mit einem Buchverlag über meine Werke. Die Chancen stehen gut, dass sie veröffentlicht werden. Nun wird sich alles ändern. Ich habe wieder eine Zukunft!

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IV - Ruhe

Weihnachten stand vor der Tür. Karin und Rebecca dekorierten Teresas Zimmer. Überall hingen Weihnachtskugeln und Girlanden und in der Ecke stand sogar ein kleiner Weihnachtsbaum. Alles wirkte herrlich kitschig. Teresa saß meistens am Fenster und hörte Musik. „Jingle Bells“ und „Fröhliche Weihnacht überall“ waren ihre Lieblingslieder. Manchmal stand sie sogar auf und tanzte dazu. Das Mädchen erweckte manchmal den Eindruck, als ob es mitsingen möchte, aber außer ein paar Wörtern, umhüllte sie noch immer das Schweigen. „Hallo“ und „Wiedersehen“, aber auch einzelne Namen konnte sie bereits aussprechen und ihren Spielkarten richtig zuordnen. Auch für die beiden Betreuerinnen waren es schöne Feiertage, obwohl sie arbeiten mussten.  Heiligabend. Teresa kniete unter dem Weihnachtsbaum und holte ein Packet hervor. Fragend blickte sie zu ihren Freundinnen. „Meins?“. Ihr Gesicht strahlte vor Freude. Sie nickten. Teresa öffnete vorsichtig das Geschenk. Ein nagelneuer CD-Player mit Kopfhörer und fünf Cd´s.

Teresa eilte zu ihrem Schreibtisch und holte zwei Zeichnungen hervor. „Weihnachten“, stotterte die Kleine. Karin und Rebecca freuten sich wahnsinnig darüber. Auf dem Bild waren zwei große und ein kleines Strichmännchen abgebildet. Links oben eine lachende Sonne, rechts oben der Mond. Die drei Figuren wurden von einem Dach überdeckt, auf dem verschiedene Weihnachtsdekorationen angebracht waren. Das war die Zeit, die allen am liebsten in Erinnerung blieb

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Eine Absage. Die Bücher haben ihnen nicht gefallen. Meine Träume liegen in Scherben.
Ein gelungenes Weihnachtsfest, eines erbärmlichen Lebens. Mein gespartes Geld wird auch immer weniger, bald werde ich verhungern
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Fortbildung. Es sollte doch nur ein Seminar werden. Karin und Rebecca bekamen ein Angebot von Dr. Emmer, welches sie berechtigte, an einem Fortbildungsabend teilzunehmen.
Nach kurzem Zögern, nahmen beide dankend an. An dem Tag der Abwesenheit, sollte sich Dr. Emmer um Teresa kümmern. Sie waren bereits zwei Stunden weg und lauschten einem Vortrag über den richtigen Umgang von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Es war sehr interessant, aber rückblickend betrachtet, waren kaum neue Informatinen enthalten. Dr. Emmer saß in seinem Büro, als ihm plötzlich übel wurde. Er schaffte es gerade noch auf die Toilette, wo er sich übergab. Die Grippewelle hatte sie bereits vor ein paar Tagen erreicht, jedoch fühlte er sich bis jetzt noch nie unwohl. Er konnte so unmöglich arbeiten. „Doch ich habe es ihnen versprochen“ murmelte er. Aber die Übelkeit war zu stark um es länger ertragen zu können. Er hatte unglaubliche Kopfschmerzen und konnte kaum noch etwas sehen.  Er musste nach Hause. Diesen Abend hatte Erick Notdienst, doch ihm blieb keine andere Wahl. Was sollte schon großartiges passieren? Zur Weihnachtszeit müsste selbst ein Abschaum wie er freundlich sein. Ein naiver Gedanke, welcher mehr einem Wunschdenken entsprach, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ab Abend wurde die Einsamkeit unerträglich. Teresa drehte sich vom Fenster weg und verließ ihr Zimmer. Irgendwo musste doch jemand sein. Sie lugte um die Tür. „Karin?“
Der Gang war unangenehm weiß und schmerzte in den Augen. Sie huschte schnell zum anderen Ende und ihre schwarzen Haare wehten durch die Luft. Sie kam zu einer großen Tür. Der Ausgang. Sie rüttelte so kräftig an der Tür, dass ihr ein Fingernagel abbrach. Sie schrie auf und fiel zu Boden. Sie wusste nicht, was sie machen sollte und fing an zu weinen, wie es Kinder eigen ist und schlug mit der Faust auf den Boden.  Erick horchte auf. „Ich hasse Nachtdienste. Ausgerechnet jetzt muss der alte Sack krank werden“. Er kratzte sich am Oberarm und gähnte laut. Die Geräusche schienen von draußen zu kommen. Er ging die spindelförmige Treppe nach unten. Er folgte dem Klopfen und nach ein paar Minuten, fand er den Ruhestörer. Er schlich sich an und packte Teresa bei der Schulter. Sie hatte ihn nicht gehört und sah ihn erschrocken an. „Was machst du denn schon wieder hier draußen?!“. Teresa öffnete den Mund und wollte erzählen, wen sie suchte. Doch es kamen nur abgehackte Worte. Erick rollte genervt mit den Augen, hob die Kleine hoch und wollte sie in ihr Zimmer zurückbringen. Er war kein Krankenhaus gewöhnt. Früher arbeitete Erick in einer Nervenheilanstalt. Da ging man nicht besonders zimperlich mit den Patienten um. Teresa schnellte instinktiv vor und biss ihm in die Hand. Erick schrie auf und schlug dem Mädchen mit der flachen Hand in das Gesicht. Das dürfte niemand erfahren. Körperliche Gewalt gegenüber Patienten war ein Kündigungsgrund. Selbst sein Vertrag schützte ihn nicht vor solchen Anschuldigungen. Zum Glück war Teresa alleine und weder ein Patient, noch ein Mitarbeiter konnte etwas gesehen haben.

Er zerrte Teresa in ihr Zimmer und warf sie auf das Bett. Erick wollte gerade die Spritze mit dem Beruhigungsmittel füllen, als er bemerkte, dass die Dosis nur bis zur Hälfte reichte. „Das wird schon genügen, die Kleine hat ja nicht viel auf den Rippen“.


V - Melancholie

Heute war der Gerichtsvollzieher bei mir. Sogar die Schreibmaschine hat man mir weggenommen. Das Zimmer ist leer. Bis auf einen Tisch, ein paar Sessel und einem traurigen, alten Mann ist alles weg. Mit der Miete bin ich ebenfalls im Rückstand. Ich versinke in Selbstmitleid.

Die Weihnachtstage waren einfach schrecklich. Meine Gedanken waren nur noch bei meiner Familie. Die Geschichten über Weihnachtsdepressionen schienen zu stimmen. Ich schenkte ihnen nie Beachtung. Wie sollte es nun weitergehen? Oder besser gesagt, möchte ich überhaupt dass es weitergeht? Ich betrank mich mit Bier. Meine Hände waren taub und ich fühlte weder Wärme noch Kälte.

Ich öffnete die Haustür und ging nach oben. Meine Schritte waren schwer und ich hatte große Mühe, die Treppe hochzusteigen. Ich sah aus dem Fenster. Der Schnee rieselte vorbei und ein paar Kinder spielten im Schnee. Teresa. Früher habe ich auch mit dir gespielt. Kannst du dich noch an unseren Schneemann erinnern? Wir hatten keine Karotten mehr und ich steckte ihm eine Colaflasche in den Kopf. Du hast wahnsinnig gelacht. Eine Träne rollte mir über die Wangen, aber ich spürte sie kaum noch.

Ich nahm eine Eisenstange und öffnete den Dachboden. Hier hatte ich ein paar Familienfotos versteckt und manchmal ging ich nach oben, um sie anzusehen. Heute nicht. Ich fühlte mich wie in Trance und öffnete das Fenster zum Dach. Ich setzte mich auf das Fensterbrett und starrte in die Tiefe. Ungefähr fünfzehn Meter…


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Teresa wachte auf. Es war schrecklich kalt. Ihr Kopf schmerzte und sie fühlte sich wie im Delirium. Sie riss die Augen auf und starrte in die dunkle Tiefe. Wie war sie hier hergekommen? Das Spital war von der Dunkelheit umgeben und der Schnee leuchtete. Wo waren Karin und Rebecca? Sie stolperte und fiel nach hinten auf den kalten Boden.
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Ich hörte die Stimmen von Lydia und Teresa. Sie riefen mich. Ich will nicht mehr alleine sein.
Der kalte Wind pfiff um meine Ohren und hörte sich in der Tiefe an, als ob ein Rudel hungriger Wölfe auf mich wartet.

Doch die Stimmen veränderten sich. Ich hörte plötzlich meine eigene. „Du wirst sie wiedersehen, gebe nicht auf“. Ich ging Einen Schritt nach vor. Meine Gedanken machten sich selbstständig und der Autounfall spielte sich vor meinem geistigen Auge noch einmal ab.

Noch bevor ich realisieren konnte, was geschah, schlug ich auf dem Boden auf. Ich hatte keine Schmerzen. Im Gegenteil. Warmes Licht ummantelte mich und ich lächelte. Ich sah meine Familie und schloss die Augen. Diesmal für immer.


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Teresa fiel vom Himmel, wie der Engel der sie immer war


Patientenakte.

Name: Teresa Hamlinton 
Alter: 10
Geschlecht: Weiblich
Wohnort: Unbekannt
Augenfarbe: Dunkelbraun
Größe: 1.60 Meter
Gewicht: 90 Pfund

Die Patientin wurde am 17 Juli in das Unfallskrankenhaus eingeliefert, wo sie der diensthabende Arzt, Dr. Julius Emmer, mit einer Notoperation rettete.

Eltern verstorben. Verwandte oder Bekannte, konnten nicht ermittelt werden.

Frau Hamlinton lag 5 Wochen im künstlichen Tiefschlaf. Leider musste festgestellt werden, dass sich Auswirkungen der Kopfverletzung bemerkbar machten. Das Sprachzentrum wurde gestört und Teresa konnte sich nur noch nonverbal ausdrücken.

Betreuerin: Karin Tyler 
Psychotherapeutin: Rebecca Irvine

Am 7 Januar 2000 nahm sich Teresa Hamlinton das Leben.
Ein genaues Krankenbild konnte nicht erschlossen werden.



VI - Requiem


Es dämmerte bereits. Der Abendhimmel färbte sich in ein blutrotes Meer und die Schatten der Bäume tanzten auf der Straße. Karin kniete vor Teresas Grab. Gedanken schossen so schnell durch ihren Kopf, als gäbe es kein halten mehr. Zwei Jahre waren vergangen. Zwei schmerzhafte Jahre voller Schuldgefühle, Wut und Angst. Sie verließ das Krankenhaus und kehrte ihrer eigenen Existenz den Rücken. Sie brach jeglichen Kontakt zu ihren ehemaligen Kollegen ab und versuchte verzweifelt, eine neue Lebensaufgabe zu finden. „Warum hast du mich verlassen? Ich hasse dich!“. Sie schlug mit der Faust gegen den Grabstein. Doch es kam keine Antwort. Nur das dunkle Foto von Theresa blickte zurück.

Die Schuld war jedoch nicht bei dem Mädchen zu suchen. Dieser Erick trug die Verantwortung, von der er sich jedoch distanzierte. Noch bevor es zur Anklage kam, erhängte er sich in seiner Wohnung. Vielleicht hatte er doch etwas Menschliches in ihm. Reue? Schuldgefühle? Niemand kennt die Antwort. Der kalte Wind zischte zwischen den alten Friedhofsmauern hervor und Karin fröstelte. Es war schon spät. Sie ging auf einem Schotterweg nach Hause und lauschte dem Knirschen der Steine. Plötzlich huschte ein Schatten vorbei, kletterte auf einen Baum und verharrte auf diesem. Ein Eichhörnchen saß auf einem Ast und war eifrig damit beschäftigt, Wintervorräte zu sammeln.

Karin beobachtete das Tier. Es hob seine kleine, pelzige Pfote und putzte sich vergnügt.
Sie konnte jedoch keine Gefühlsregung entdecken. Früher hätte sie geschmunzelt und dem kleinen Kerl zugerufen. Sie hegte schon länger den verdacht, ihre Gefühle nicht mehr richtig unter Kontrolle zu haben. „Bin ich etwa krank?“. Sie drehte dem kleinen Waldgeist den Rücken zu und ging weiter. Es wurde bereits dunkel und die Straßenlaternen wurden automatisch eingeschaltet. Kleine Glühwürmchen schwirrten um das warme Licht herum. Einige glühten, einige waren erloschen. Ob die Käfer, die nicht mehr leuchten bald sterben? „Nein… Nein!“. Karin fasste sich an den Kopf und Tränen flossen ihr über die Wangen. „Was ist nur los mit mir?“.

Endlich hatte sie ihre neue Wohnung erreicht. Ihre alte Wohnung musste sie wegen finanzieller Differenzen aufgeben. Fünfhundert Dollar hatte sie nur noch zur Verfügung. Dieses Geld bekam sie freundlicherweise monatlich von ihren Eltern überwiesen. Arbeitslosengeld wollte sie nicht annehmen. Wie ein Schmarotzer, dachte sich Karin immer. Aber sie wußte nicht, ob es ihre eigene Meinung war, oder die ihrer Eltern. Die neue Wohnung war zwar klein, jedoch gemütlich. Die Nachbarn waren auch relativ ruhig. Nur manchmal nervten die kleinen Kinder mit ihrem Geplärre. Die Wohnungstür knarrte beim Öffnen etwas. Sie blickte sich in der Wohnung um. „Hallo Karin. Na, wieder zu Hause? Wieder alleine? Ja, du bist alleine. Was wirst du heute noch machen?“.
Sie warf ihre Jacke achtlos über das Sofa und ging in die Küche. Der Hunger plagte sie bereits.
„Verdammt, ich habe vergessen einzukaufen“. Nun saß sie hungrig im Wohnzimmer. Die Geschäfte hatten bereits geschlossen und in ein Restaurant wollte sie auch nur ungern gehen. „Ich werde mich einfach schlafen legen“.

Der Regen prasselte leise auf das Dach und Karin öffnete langsam ihre Augen. Sie kramte am Nachttisch, in der Hoffnung, den Wecker zu finden. Doch den hatte sie schon lange nicht mehr. In ihrer Wut, hatte sie ihn vor Wochen gegen die Wand geworfen. Langsam schlenderte sie ins Wohnzimmer, zog den Vorhang beiseite, und blickte aus dem Fenster. Es war ein müder Blick und ihr Gesicht spiegelte sich im Fenster wieder. Draußen tummelten sich bereits die Menschen und der Straßenverkehr war dicht wie immer. Es musste bereits nach Acht sein. Sie konnte vor lauter Hunger kaum schlafen und ihr Magen grummelte. Karin zuckte zusammen und krümmte sich vor Schmerzen. „Heute muss ich unbedingt einkaufen gehen“. Sie schlüpfte in ihre blaue Jeans, zog einen alten, weißen Pullover über und verließ ohne sich zu waschen die Wohnung. Ihr Kopf schmerzte und der Lärm der Stadt, dröhnte in ihrem Körper. Nach dem Aufstehen, fühlte sie sich immer ganz merkwürdig. Als wäre sie gar nicht wirklich hier, als ginge jedes Mal wenn sie aufwacht, für immer etwas verloren. Sie schüttelte den Kopf und blickte auf den grauen Gehweg. „Und wieder hast du einen Tag mehr“.


VII - Depression

In der Stadt gab es eine alte Bäckerei, welche Karin bereits als kleines Mädchen regelmäßig besuchte. Sie hatte jedoch immer Angst vor dem Konditormeister. Ein alter, grobschlächtiger Kerl mit einem dunklem Stoppelbart und einer sehr tiefen Stimme. Doch es stellte sich schnell heraus, dass der Mann im Grunde sehr nett war und ihr öfter eine Kleinigkeit schenkte. Heute führt seine Tochter den Betrieb. Der alte Mann war vermutlich schon seit Jahren tot. Doch er war trotzdem Teil ihrer Erinnerung. Karin öffnete die Tür und ein leises Glöckchen klingelte. Die Bäckerei an sich hatte sich kaum verändert. An der Wand hingen noch die gleichen Bilder wie vor Jahren und im hinteren Abteil standen ein paar Tische und Stühle. Es war, als hätte jemand die Zeit zurückgedreht. „Ein schönes Gefühl“. Sie lächelte. Nur das Gefühl hatte sich verändert. Statt dem alten Mann, kommt nun seine Tochter aus der Backstube. Niemand erinnert sich mehr an mich. Ich bin ein Kunde wie jeder andere für sie. Die Frau schien gestresst und eine rote Strähne, hing ihr über das zierliche Gesicht. „Wie kann ich ihnen helfen?“. Nach kurzem zögern entschied sich Karin für fünf Semmeln und ein Stückchen Heidelbeerkuchen.

„Warum esse ich überhaupt Heidelbeerkuchen? Früher als Kind hat er mir immer geschmeckt, aber jetzt finde ich ihn nur widerlich“. Karin kannte die Antwort. Es ging ihr nicht um den Kuchen, es ging ihr um das Gefühl als Kind. Die Geborgenheit. Sich um nichts kümmern zu müssen. Und was ist jetzt? „Ich bin alleine, habe keine Arbeit mehr und Teresa geht mir nicht mehr aus dem Sinn! Zwei Jahre ist es her. Zwei verdammte Jahre und ich kann noch immer keinen klaren Gedanken fassen“. „Hallo? Soll ich ihnen die Semmeln noch einpacken?“. Karin schreckte hoch und blickte sich verwirrt um. „Ja, das wäre sehr freundlich“.  Teresa sah Karin mit ihren dunklen Augen fragend an. „Wo warst du, als es mir so schlecht ging? Warum hast du mir nicht geholfen?“. Das Bild verzerrte sich und das Mädchen stand auf dem Dach des Krankenhauses. Der Schnee glühte in der Dunkelheit und der Mond wirkte beängstigend. Karin stand am Eingang des Gebäudes und blickte nach oben. „Ich will vergessen… vergessen….für immer“. Teresa viel vom Himmel und schlug auf dem kalten Boden auf. Karin wollte schreien, doch ihre Stimme war versiegelt und es kam keine Hilfe. Ist das ihre neue Bestimmung? Wird sie jetzt immer einsam und verlassen sein? Karin wachte schweißgebadet auf und ihr Kopf schmerzte abermals. Sie konnte kaum sehen und zitterte am ganzen Körper. Gerade, als sie aufstehen wollte, musste sie sich übergeben.  „Was für ein Alptraum. Warum kann ich nicht mehr normal träumen? Ich habe immer mein Bestes getan, warum werde ich so bestraft?“. Wie in Trance, warf sie das Leintuch beiseite und öffnete die Fenster. „Ich brauche dringend Sauerstoff“.

Die kalte Luft wirkte beruhigend und Karin hatte endlich wieder ein richtiges Gefühl.
Auch ihre Gedanken wurden klarer. Es muss sich etwas ändern. Die Luft schmerzte beim Einatmen, doch sie fühlte sich lebendig. Vielleicht sollte sie eine psychologische Hilfe in Betracht ziehen? Nein. Die psychologische Hilfe nach Teresas Tod, die sie nach dem Vorfall vom St. Victoria Hospital zur Verfügung gestellt bekam, reichte ihr für das ganze Leben. Dabei handelte es sich eher um einen Monolog, als um eine ernste Hilfestellung. Der Therapeut war Karin schon beim ersten Treffen unsympathisch. Ein kleiner, dünner Mann, mit unheimlich stechenden Augen. Er sprach sehr wenig und ließ sich von der Geschichte der Patientin berieseln. Dabei zupfte er an seinem braunen, gezwirbelten Bart und nickte immer mit dem Kopf. Bei jeder Gelegenheit blickte er gelangweilt auf seine Uhr und teilte mit, dass er nur noch wenig Zeit hätte. Nach drei Sitzungen, die sich ähnlich langweilig für den Mann gestalteten, war die Hilfestellung bereits beendet.

Karin schloss die Fenster wieder, kochte sich einen Kaffee und wärmte ihre Semmeln vom Vortag auf, die jetzt nicht mehr knusprig, sondern alt und hart waren. Sie las die Stellenangebote in der Zeitung und musste feststellen, dass sie noch immer nicht für einen neuen Arbeitsplatz bereit war. Dabei handelte es sich nicht um Desinteresse oder Trägheit, sondern um eine merkwürdige Schwere. Sie starrte auf die schwarz gedruckten Buchstaben, bis sie jeden Sinn zu verlieren schienen und senkte ihren Kopf zwischen die Knie. Es war bereits später Nachmittag, jedoch schien die Sonne noch ungewöhnlich hell und schmerzte in den Augen. Karin stand vor dem Eingang des St. Victoria Hospitals. Sie atmete langsam durch und betrat das Gebäude. War das die richtige Entscheidung? Alles wirkte so steril und einsam wie immer. Der große, hölzerne Tisch stand noch immer im Aufenthaltsraum, wo damals Karins erster Nachtdienst seinen Verlauf nahm. In der dunklen Ecke leuchtete der Kaffeeautomat hervor. Sie schmunzelte, füllte einen Becher und setzte sich an den Tisch. Langsam wurde die Wand begutachtet, an der noch ein paar alte Zeichnungen von Teresa und anderen Patienten hingen.

Sie schüttelte den Kopf und ging langsam den Gang entlang. „Was mache ich hier überhaupt?“. Zimmer 301, 302, 303. Das war Teresas Zimmer. Langsam öffnete sie die Tür. Alte, schmerzhafte Erinnerungen wurden wieder abgespielt. Teresa sitzt mit gesenktem Kopf in der Ecke und Blut fließt an ihren Füßen herab. Tropfen für Tropfen fallen auf den Boden. Das Mädchen hebt den Kopf und blickt Karin verzweifelt an. Plötzlich hatte sie wieder ihren blauen Kopfhörer auf und fing an zu singen. „Fröhliche Weihnacht überall“. Ihre zarte Stimme hallte durch den Raum, verstummte jedoch wieder. Aber konnte sie überhaupt singen? Karin konnte sich nicht mehr erinnern.
Der Christbaum stand in der Mitte und Karin, Rebecca und Teresa lachten zusammen.
Die Bilder verschwommen langsam und die kalte Realität kam wieder zum Vorschein.
Im Bett lag ein kleiner Junge und daneben saß eine junge Krankenschwester, welche Karin verdutzt ansah. „Kann ich ihnen behilflich sein?“. Karin konnte kaum atmen und das sprechen viel ihr schwer. „Ich habe früher in diesem Hospital gearbeitet und wollte meine alten Kollegen besuchen“. Das war eine Lüge, doch die Wahrheit würde sie sowieso nicht interessieren. Die junge Frau schüttelte verständnislos den Kopf. „Es tut mir Leid, ich arbeite erst seit einem halben Jahr in diesem Bereich, wenn sie jedoch eine Auskunft möchten, Dr. Emmers Büro ist im oberen Stockwerk“.
Ohne ein Wort zu sagen, schloss Karin die Tür hinter sich. Es war, als wäre Teresa nie hier gewesen. Niemand interessiert sich noch für sie, niemand vermisst das Mädchen. Sie ist alleine gestorben und wird in Vergessenheit geraten. Und wo ist eigentlich Rebecca? Vielleicht hat sie Urlaub. Aber schließlich hat sie auch jeden Kontaktversuch vermieden. Dr. Emmers Büro ist noch immer im oberen Stockwerk.

Die hölzerne Tür war hübsch verziert und in der Mitte war ein Glas eingefasst. Man konnte jedoch nicht durchblicken, weil alles milchig und verschwommen wirkte. Vorsichtig klopfte sie an der Tür und betrat das Büro. Dr. Emmer schien beschäftigt und kramte in seinen Unterlagen. Er sah wie immer aus. Nur sein Bart war gewachsen. Erstaunt blickte er zu dem ungewöhnlichen Gast und runzelte die Stirn. „Frau Tylor? Was verschafft mir die Ehre? Wie geht es ihnen?“. Leider entwickelte sich das Gespräch nicht wie erhofft. Der Doktor vermied es über Teresa zu sprechen und wich geschickt aus. „Ach, nachdem sie und Frau Irvine uns verlassen haben, war das Hospital nicht mehr dasselbe. Zu viele unqualifizierte Menschen laufen da draußen herum. „Rebecca ist auch weggegangen?“. Der unscheinbare, kleine Mann lächelte. „Vor einem Jahr, hat sie eine Arbeit als Pflegehelferin begonnen. Leider weiß ich auch nicht, wo genau. Anscheinend wollte sie nicht mehr als Therapeutin arbeiten“. Karin wirkte plötzlich gereizt. „Das Interessiert mich auch nicht“. Das Lächeln auf seinem Gesicht erlöschte langsam und er zwickte seine Augenbrauen fragend zusammen. „Aber sie haben mich doch gefragt?“. Sie drehte sich um und verließ das Büro ohne sich zu verabschieden, rannte die grauen Treppen hinunter und stürmte aus dem Gebäude. Die Nacht war bereits hereingebrochen und die Straßen in ein fahles Mondlicht getaucht.

VIII - Ausweglos

Der Schweiß tropfte von Karins Stirn und sie zitterte am ganzen Körper. Langsam sank sie auf ihre Knie und legte sich auf den Rücken. Erschöpft und mit Tränen in den Augen, blickte sie in den Nachthimmel. Vielleicht hatte der alte Mann Recht und auch sie sollte Teresa vergessen. Der Boden war kalt, hart und schmutzig. „Wie mein Herz“.  Plötzlich wurde die Stille durch ein lautes Krächzen zerrissen und die junge Frau sprang erschrocken auf. Ein paar Meter neben ihr, saß ein großer, schwarzer Vogel und beobachtete sie mit seinen dunklen Augen. „Verschwinde du Drecksvieh!“. Karin hob einen Stein vom Boden auf und versuchte, das Tier zu verscheuchen. Der Rabe blickte den Steinen hinterher und flatterte aufgeregt mit den Flügeln. Mit lautem Krächzen stieß er seine schwarzen Schwingen beiseite, stieg in den Himmel empor und landete auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der Nähe des Waldeinganges. Er drehte seinen kleinen Kopf und blickte zu Karin. Der Rabe hüpfte langsam zwischen den Baumreihen umher, als würde er warten. Karin überkam ein merkwürdiges Gefühl und sie schlenderte langsam in seine Richtung. Es war, als würde sie jemand rufen. „Was willst du von mir?“.

Schritt für Schritt geht sie dem Unbekannten entgegen. Schritt für Schritt, verlässt sie die Vergangenheit und wandert auf neuem Pfade. Unwissend was die Zukunft bringt, unwissend was passiert. Schritt für Schritt. Ihr schwarzer Begleiter hüpfte von Ast zu Ast und beobachtete seine neue Freundin. Der Wald war unheimlich und die Bäume ragten empor, als würden sie die Sterne vom Himmel holen wollen um alles zu verdunkeln. Der Weg wurde immer schmaler und man musste sich vorsehen, nicht über eine Wurzel zu stolpern. Eine ruhige, melancholische Stille breitete sich über den gesamten Wald aus. Nur ab und zu, hörte man ein leises rascheln im Laub. Der Rabe blickte sich um, begann plötzlich laut zu kreischen und stürzte sich auf den Boden. Karin hielt sich die Ohren zu und lief panisch davon. Ihre Knie zitterten, doch sie lief weiter und weiter. Das wütende Flattern war noch immer in ihrem Kopf zu hören. Die Baumreihen brachen entzwei und sie fand sich auf einer Lichtung wieder. Das Mondlicht war wieder zu sehen und die Finsternis verschwand. „Was mache ich hier überhaupt? Moment!“. Irgendetwas lag da auf dem Boden und reflektierte das Licht wieder. Karin schob das Laub weg und taumelte erschrocken zurück. Vor ihr Lag das Skelett eines Vogels. Der Rabe saß still da und pochte mit seinem Schnabel dagegen.

„War das dein Freund?“. Ob er von einem Tier angefallen wurde? Oder musste er in der Kälte erfrieren? Merkwürdigerweise spürte sie keine Angst an diesem surreal wirkenden Ort. Alles schien unwirklich und weit entfernt. „Was willst du mir damit sagen?“. Das Skelett wurde noch immer von einigen schwarzen Federn bedeckt. Der Rabe krächzte leise. Ein leises, erbärmliches Krächzen. Karin spürte eine Regung in ihrem Herz und sie hatte tiefes Mitgefühl. „Mich würde niemand vermissen, wenn ich sterben müsste. Ich wäre genauso alleine, wie ich immer war“. Der Vogel kreischte auf und Karin packte die nackte Angst. Etwas hatte sich verändert. Ohne einen Blick zurückzuwerfen, rannte sie los. Immer schneller, so schnell wie sie noch nie gelaufen war. Die Bäume zischten an ihr vorbei und wirkten nur noch wie Schatten. Phantome in der dunklen Nacht. Sie hustete und das Atmen viel ihr schwer. Ihre Kräfte hatten sie verlassen und die letzten Meter vor dem Ausgang waren eine Qual. Karin blickte müde zum Dach des Hospitals hinauf. „Anscheinend muss es so sein“.

Ihr Kopf pochte unerträglich und sie konnte nur noch die Umrisse ihrer Umgebung erkennen.
Eine graue Treppe erstreckte sich vor ihr. Bei jedem einzelnen Schritt, zuckte sie zusammen.
Die Zeit war nicht mehr von Bedeutung und nach scheinbar unendlichen Stunden, erreichte sie das Ende und eine große Metalltür erstreckte sich vor ihr. Mit einem lauten quietschen, öffnete sich die Tür in eine bessere Welt. Der Kalte Wind wehte um ihre Ohren und hörte sich an, wie Stimmen in der Nacht. Karin stand auf dem Dach und blickte in die Tiefe. Autos fuhren vorbei und das Licht der Straßenlaternen blendete sie. Hat sich Teresa auch so gefühlt? Was waren ihre letzten Gedanken? „Mir geht es wie dem Vogel. Nun werde ich auch alleine sterben“. Sie wollte gerade nach vorne treten, als ihr plötzlich ein Gedanke durch den Kopf schoss. Die verwaschenen Bilder manifestierten sich zu einem Ganzen und ihr Blick war wieder klar. Sie begann leise zu murmeln. „Nicht ich bin der tote Vogel, sondern Teresa. Niemand konnte sich an ihn erinnern außer der Rabe…. und nun auch ich. Werde ich jetzt springen, wird Teresa wirklich in Vergessenheit geraten und es ist, als hätte es sie nie gegeben. 

Karin wand der Dunkelheit den Rücken zu. Ich werde dafür sorgen, dass du nicht in Vergessenheit gerätst und werde mich immer an dich erinnern. Der Wecker klingelte. Karin öffnete langsam ihre Augen und gähnte laut. Die Sonne blinzelte leicht durch den Vorhang und das Zimmer strahlte eine ruhige Wärme aus. Nach einem ausgiebigen Frühstück, verließ sie ihre Wohnung. Auf dem Tisch lag noch immer die alte Zeitung, doch einige Stellenangebote waren rot markiert.

Meine Sammlung

Da dieser Blog nicht mehr aktualisiert wird, verwende ich diesen Beitrag, um meine Sammlung zu sichern. Ohne Reihenfolge, wie das Regal gefüllt ist. Es könnten noch ein paar Sachen fehlen.

Filme

  1.  The Vision of Escaflowne
  2. Der Pate I
  3. Der Pate II
  4. Der Pate III
  5. Nikita
  6. Angel Heart
  7. Arrietty
  8. Psycho
  9. Gladiator
  10. Laputa - Das Schloss im Himmel
  11. Ponyo
  12. Zurück in die Zukunft I
  13. Zurück in die Zukunft II
  14. Zurück in die Zukunft III
  15. Leon der Profi
  16. Pans Labyrinth
  17. Der Elefantenmensch
  18. Der dritte Mann
  19. Wenn die Gondeln Trauer tragen
  20. Gottes Werk und Teufels Beitrag
  21. Sieben
  22. Der unsichtbare Dritte
  23. In Search for Beethoven
  24. In Search for Mozart
  25. In Search for Chopin (Vorbestellt)
  26. Der letzte König von Schottland
  27. Danton
  28. Ratatouille
  29. How to train your dragon I
  30. How to train your dragon II
  31. Rango
  32. Mr. Nobody
  33. Monsters
  34. Unterwegs nach Cold Mountain
  35. Die fabelhafte Welt der Amelie
  36. Die Verurteilten
  37. Gremlins I
  38. Gremlins II
  39. Bonnie und Clyde
  40. The Ghostwriter
  41. The Machinist
  42. The Red Balloon
  43. Blade Runner
  44. Stand by Me
  45. Black Swan
  46. Transsiberian
  47. District 9
  48. Schräger als Funktion
  49. In the Line of Fire
  50. Thelma und Louise
  51. Die anonymen Romantiker
  52. The Hunter
  53. Big Fish
  54. Million Dollar Baby
  55. Sweeney Todd
  56. Biutiful
  57. Eden of the East Serie
  58. Eden of the East Movie I
  59. Eden of the East Movie II
  60. Der Dialog
  61. Erbarmungslos
  62. Serpico
  63. The Place promised in our early Days
  64. Der Tag des Falken
  65. Moon
  66. Der Illusionist
  67. Taxi Driver
  68. Buried
  69. L.A. Confidential
  70. Über den Dächern von Nizza
  71. M - Eine Stadt sucht einen Mörder
  72. Hatfields und McCoys
  73. Weites Land
  74. The Others
  75. The Game
  76. Edward mit den Scherenhänden
  77. Zwei glorreiche Halunken
  78. Midnight in Paris
  79. The Big Blue
  80. Hot Fuzz
  81. Frozen
  82. The Fall
  83. The Road
  84. Gran Torino
  85. Firefly
  86. No Country For Old Men
  87. Chinatown
  88. Der Texaner
  89. Das Labyrinth der Wörter
  90. Der Mann der Liberty Valance erschoss
  91. The Devily Backbone
  92. Ziemlich beste Freunde
  93. Das wandelnde Schloss
  94. Zimmer 1408
  95. The Last Man on Earth
  96. Nicht auflegen
  97. Perfect World
  98. Goodfellas
  99. Der fremde Sohn
  100. Die Teuflischen
  101. Asphaltblüten
  102. Die Schöne und das Biest (französischer Film)
  103. Schloß des Schreckens
  104. Lost in Translation
  105. Am Ende des Weges
  106. Das Meer in mir
  107. True Grit
  108. Robotic Angel
  109. Dolores
  110. Paper Moon
  111. Der Fuchs und das Mädchen
  112. Bram Stokers Dracula
  113. Buffalo 66
  114. Panic room
  115. Im Auftag des Teufels
  116. Corpse Bride
  117. Cast Away
  118. Das Pendel des Todes
  119. Jeremiah Johnson
  120. Catch  me if you can
  121. Pleasantville
  122. Night on Earth
  123. Sleepy Hollow
  124. Shanghai Knight
  125. Shanghai Noon
  126. Fido
  127. So finster die Nacht
  128. Das Geheimnis von Nimh
  129. Prestige
  130. Die Axt
  131. Wenn Träume fliegen lernen
  132. Life of Pi
  133. Ist das Leben nicht schön?
  134. Sturm des Jahrhunderts
  135. Ruby und Quentin
  136. Die 3 Tage des Condors
  137. Alice in den Städten
  138. Lautlos wie die Nacht
  139. Zwielicht
  140. The sixth Sense
  141. Ein Fisch  namens Wanda
  142. The Straight Story
  143. Dead Zone
  144. A Beautiful Mind
  145. Sleepers
  146. Gilbert Grape
  147. Der Pianist
  148. Ondine
  149. Die Jungfrauenquelle
  150. Die Duellisten
  151. Love and Death
  152. Ed Wood
  153. Alles ist erleuchtet
  154. Pale Rider
  155. Eine Weihnachtsgeschichte
  156. Donnie Brasco
  157. Carlitos Way
  158. Der Prozess der Jeanne Darc
  159. Insider
  160. Valerie - Eine Wocher voller Wunder
  161. König der Fischer
  162. Monsieur Batignole
  163. Beetlejuice
  164. Es geschah am hellichten Tag
  165. Die Truman Show
  166. Memento
  167. Der Fuhrmann des Todes
  168. Hundstage
  169. Das süße Jenseits
  170. Das zweite Leben des Monsieur Manisquer
  171. Das siebente Siegel
  172. Peters Friends
  173. Philadelphia
  174. Nur die Sonne war Zeuge
  175. Besser gehts nicht
  176. Oben
  177. Green Mile
  178. Stardust
  179. Roujin Z
  180. Die Croods
  181. Frantic
  182. I am Legend
  183. The Walking Dead I
  184. The Walking Dead II
  185. The Walking Dead III
  186. The Walking Dead IV
  187. Road to Perdition
  188. Der Duft der Frauen
  189. Ich - Einfach unverbesserlich I
  190. Ich - Einfach unverbesserlich II
  191. Master and Commander
  192. Unbreakable
  193. Paprika
  194. Und täglich grüßt das Murmeltier
  195. The Wrestler
  196. Frakenweenie
  197. Braveheart
  198. Coraline
  199. Tödliche Entscheidung
  200. 12 Monkeys
  201. Moonrise Kingdom
  202. Vom Winde Verweht
  203. Hatchiko
  204. Gattaca
  205. Open Range
  206. Der mit dem Wolf tanzt
  207. Wings of Desire
  208. Monster AG
  209. Mystic River
  210. Ghost Town
  211. Einer flog über das Kuckucksnest
  212. The Fountain
  213. Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen
  214. Wall-E
  215. Black Death
  216. The Road
  217. Walhalla Rising
  218. Insomnia
  219. The Body
  220. Die Unglaublichen
  221. From Hell
  222. Rob Roy
  223. Das Kabinett des Dr. Parnassus
  224. Die Ermordung des Jesse James
  225. The Limit of Control
  226. Heat
  227. Misery
  228. Babel
  229. Der Gott des Gemetzels
  230. Todeszug nach Yuma
  231. Shaun of the Dead
  232. True Grit
  233. Der ewige Gärtner
  234. Mr. Hobbs macht Ferien
  235. Serenity
  236. Ben Hour
  237. The Town
  238. Spurlos - Das Verschwinden der Alice Creed
  239. Haibane Renmei
  240. Serial Experiments Lain
  241. Mushishi
  242. Die kleine Prinzessin Sara
  243. Wolfs Rain
  244. Kinos Journey
  245. Cowboy Bebop
  246. Cowboy Bebop - Der Film
  247. Michiko und Hatchin
  248. Samurai Champloo
  249. Tokyo Magnitude
  250. Lady Oscar
  251. Now and Then here and There
  252. Paranoia Agent
  253. Key The Metal Idol
  254. Millenium Actress
  255. Memories
  256. Porco Rosso
  257. Mein Nachbar Totoro
  258. Kikis kleiner Lieferservice
  259. Angels Egg
  260. Perfect Blue
  261. Only Yesterday
  262. Chihiros Reise ins Zauberland
  263. Prinzessin Mononoke
  264. Whisper of the Heart
  265. Die letzten Glühwürmchen
  266. Pushing Daisies I
  267. Pushing Daisies II
  268. Das Königreich der Katzen
  269. Robin Hood
  270. Die Schatzinsel
  271. Von Mäusen und Menschen
  272. Monk I
  273. Monk II
  274. Monk III
  275. Monk IV
  276. Monk V
  277. Monk VI
  278. Monk VII
  279. Monk VIII
  280. Dr. House I
  281. Dr. House II
  282. Dr. House III
  283. Dr. House IV
  284. Dr. House V
  285. Dr. House VI
  286. Dr. House VII
  287. Dr. House VIII
  288. Dead like me I
  289. Dead like me II
  290. Big Bang Theory I
  291. Big Bang Theory II
  292. Big Bang Theory III
  293. Big Bang Theory IV
  294. Big Bang Theory V
  295. Big Bang Theory VI
  296. La Strada
  297. Wer die Nachtigall stört
  298. Tokyo Godfathers
  299. Nosferatu
  300. Conjuring
  301. Azumanga Daioh
  302. Die Wikinger
  303. Kingdom Hospital
  304. Kapp der Angst
  305. Space Cowboys
  306. Citizen Kane
  307. Pakt der Wölfe
  308. Es war einmal in Amerika
  309. Der geheime Garten
  310. Bringing out the Dead
  311. Ladykillers
  312. Walhalla
  313. Strings
  314. Spirit of the Beehive
  315. Die Bartholomäusnacht
  316. Alphaville
  317. Der Schmetterling
  318. Dracula
  319. Frankenstein
  320. Frankensteins Braut
  321. Die Mumie
  322. Der Unsichtbare
  323. Der Wolfsmensch
  324. Leoparden küsst man nicht
  325. House of Wax (Vincent Price)
  326. Night of the Demon
  327. Drei Farben Blau
  328. Drei Farben Weiß
  329. Drei Farben Rot
  330. Einsam sind die Tapferen
  331. Cyrano de Bergerac
  332. Bis das Blut gefriert
  333. Rebecca
  334. Für eine handvoll Dollar
  335. Für ein paar Dollar mehr
  336. Und Gerechtigkeit für alle
  337. Vier im roten Kreis
  338. The Mentalist I
  339. The Mentalist II
  340. The Mentalist III
  341. The Mentalist IV
  342. The Mentalist V
  343. The Mentalist VI
  344. Badlands
  345. Echoes
  346. Mein Freund Harvey
  347. Als das Meer verschwand
  348. Was vom Tage übrig blieb
  349. About Schmidt
  350. Eleonore, die Frau des Ritters
  351. Futurama
  352. Simpsons 1-10
  353. Play Misty For Me
  354. Mr. Smith geht nach Washington
  355. Der Gehetzte der Sierra Madre
  356. Lauf um dein Leben
  357. A History Of Viiolence
  358. Romeo und Julia
  359. Die Glücksritter
  360. Der Club der toten Dichter
  361. Flucht von Alcatraz
  362. Anatomie eines Mordes
  363. Dead Man
  364. Sea of Love
  365. Honkytonk Man
  366. Hängt ihn höher
  367. Flucht in Ketten
  368. Fahrenheit 451
  369. Broken Flowers
  370. Pickpocket
  371. Das Waisenhaus
  372. Wilbur wants to kill himself
  373. Was ist mit Bob?
  374. Wolf
  375. Die Fliege
  376. The Worls Fastest Indian
  377. Über den Todesfluss
  378. Der gebrochene Pfeil
  379. Meuterei am Schlangenfluss
  380. Tricks
  381. Im Zeichen des Bösen
  382. Der Chef
  383. Danton
  384. E.T
  385. The Impossible
  386. Public Enemies
  387. Das Gift des Bösen
  388. Mein großer Freund Shane
  389. The Grey
  390. Brügge sehen und sterben
  391. Die 12 Geschworenen
  392. 12 Uhr Mittags
  393. Wahl der Waffen
  394. Rapunzel - Neu verföhnt
  395. Benny und Joon
  396. Argo
  397. Die französische Revolution
  398. Aristo Cats
  399. Face Off
  400. Tombstone
  401. Oliver Twist - Polanski
  402. Forrest Gump
  403. Die Spur des Falken
  404. Le Samourai
  405. Whale Rider
  406. Der Clan der Sizilianer
  407. Only Lovers Left Alive
  408. Cujo
  409. Grand Piano
  410. Sword of the Stranger
  411. A Monster in Paris
  412. Breaking Bad I
  413. Breaking Bad II
  414. Breaking Bad III
  415. Breaking Bad IV
  416. Breaking Bad V. I
  417. Breaking Bad V. II
  418. Collateral
  419. Die üblichen Verdächtigen
  420. Stoker
  421. 39 Stufen
  422. Verhandlungssache
  423. Carrie
  424. 9
  425. Charlie und die Schokoladenfabrik
  426. Glengarry Glen Ross
  427. Der Gigant aus dem All
  428. Ghost Dog
  429. Theater des Grauens
  430. Ich habe keine Angst
  431. Flug des Phoenix
  432. Cloverfield
  433. Supernatural I
  434. Supernatural II
  435. Supernatural III
  436. Supernatural IV
  437. Supernatural V
  438. Unsere kleine Farm I
  439. Unsere kleine Farm II
  440. Unsere kleine Farm III
  441. Unsere keine Farm IV
  442. Unsere kleine Farm V
  443. Unsere kleine Farm VI
  444. Unsere kleine Farm VII
  445. Unsere kleine Farm VIII
  446. Unsere kleine Farm IX
  447. Unsere kleine Farm X
  448. Edge of Tomorrow
  449. Die Nacht des Jägers
  450. Godzilla
  451. True Detective
  452. Sherlock Holmes - Jeremy Brett 
  453. Black Thorn
  454. Julias Eyes
  455. The Long Walk Home
  456. Duell
  457. Laura
  458. Back in the Game
  459. Scarface
  460. Robot and Frank
  461. Das geheime
  462. Winchester 73
  463. Der Mann vom großen Fluss
  464. Herr der Ringe I
  465. Herr der Ringe II
  466. Herr der Ringe III
  467. Der Hobbit
  468. Das geheime Fenster
  469. Cocktail für eine Leiche
  470. Das Fenster zum Hof
  471. Der Mann der zu viel wußte
  472. Die Vögel
  473. Frenzy
  474. Im Schatten des Zweifels
  475. Saboteure
  476. Vertigo
  477. Der Hobbit 2 
  478. Alien 1
  479. Alien 2
  480. Alien 3
  481. Alien 4
  482. Prometheus
Bücher

  1. Les Miserables
  2. The Graveyard Book
  3. Eine Geschichte aus zwei Städten
  4. Neverwhere
  5. Edgar Allan Poe Komplettausgabe
  6. Oscar Wilde Komplettausgabe
  7. Der Ozean am Ende der Straße
  8. Carmilla
  9. Bob, der Streuner
  10. Das Land der Blinden
  11. Große Erwartungen
  12. Zwischen Nacht und Dunkel
  13. Langoliers
  14. Die Riesen kommen
  15. Das Phantom der Oper
  16. Blut
  17. Blind
  18. Sleepy Hollow
  19. Friedhof der Kuscheltiere
  20. Das Gemälde
  21. Draculas Gast
  22. Feuerkind
  23. Metermorphose am Rande des Himmels
  24. Der Sternwanderer
  25. David Copperfield
  26. Jane Eyre
  27. Onkel Toms Hütte
  28. Ich und die Menschen
  29. Coraline
  30. Die Schatzinsel
  31. Das Dickicht
  32. Das Gespenst von Canterville
  33. Mr. Mercedes
  34. Undine
  35. Emily Dickinson
  36. Dickens - Weihnachtsgeschichten
  37. Alice im Wunderland
  38. Alice hinter den Spiegeln
  39. Die liebende Untote
  40. Im Verborgenen
  41. Nausicaä Mangas
  42. Franz Liszt Biographie I
  43. Franz Liszt Biographie II
  44. Lovecraft - Unheimliche Geschichten
  45. Sturm des Jahrhunderts
  46. Sunset
  47. Die Radleys 
  48. Sherlock Holmes - Eine Studie in Scharlachrot
  49. Sherlock Holmes - Das Zeichen der Vier
  50. Sherlock Holmes - Der Hund der Baskervilles
  51. Sherlock Holmes - Das Tal der Angst
  52. Sherlock Holmes - Die Abenteuer des Sherlock Holmes
  53. Sherlock Holmes - Die Memoiren des Sherlock Holmes
  54. Sherlock Holmes - Die Rückkehr des Sherlock Holmes
  55. Sherlock Holmes - Seine Abschiedsvorstellung
  56. Sherlock Holmes - Buch der Fälle
  57. Das Mädchen
  58. Die Treppe im See
  59. Die Zeitmaschine
  60. Shining
  61. Dr. Sleep
  62. Die Entdeckung der Langsamkeit
  63. Der Raritätenladen
  64. In 80 Tagen um die Welt
  65. Reise zum Mittelpunkt der Erde
  66. Das Karpathenschloss
  67. Von der Erde zum Mond
  68. Oliver Twist
  69. Der Besuch
  70. Der mit dem Wolf tanzt II
  71. Das Bildnis des Dorian Gray
  72. Der Rabe
  73. Der Mantel
  74. Amor und Psyche
  75. The Long Walk Home
  76. Carrie
  77. Ich hörte die Eule, sie rief meinen Namen
  78. Das Kristall Ei
  79. Blade Runner
  80. Der Sandmann
  81. Die Jagd  nach dem Meteor
  82. Romeo und Julia
  83. Wolfsblut
  84. Zwei Jahre Ferien
  85. Dr. Jekyll und Mr. Hyde
  86. Der Prozess der Jeanne Darc
  87. Das Zigeunermädchen
  88. Bartleby der Schreiber
  89. Peter Schlemil
  90. Ruf der Wildnis
  91. Wer die Nachtigall stört
  92. Frankenstein
  93. Gottes Werk und Teufels Beitrag
  94. Die kleine Prinzessin Sara
  95. Die Insel des Doktor Moreau
  96. Der Golem
  97. Joyland
  98. Der Fechtmeister
  99. Nordische Mythologie
  100. Alpträume
  101. Der Fornit
  102. Frühling, Sommer, Herbst und Tod
  103. Chopin Biographie
  104. Briefe von Chopin
  105. Nachtschicht
  106. Menschen, Götter gleich
  107. Krieg der Welten
  108. Snow
  109. Der Leuchtturm am Ende der Welt
  110. Cujo
  111. Im Kabinett des Todes
  112. Dracula
  113. Die Stadt und das Mädchen
  114. Sky Hawk
  115. Bis in den Himmel
  116. Träume vom Glück
  117. Vertraute Fremde
  118. Von der Natur des Menschen
  119. Dead Zone
  120. Ein Zoo im Winter
  121. Green Mile
  122. Sie
  123. Dolores
  124. Wahn
  125. Sara
  126. Stark
  127. Into the Wild
  128. Der geheime Garten
  129. Kein Land für alte Männer
  130. Die Straße
  131. Der Herr der Ringe - Gesamtausgabe
  132. Der kleine Hobbit
  133. Silmarillion
  134. Geschichten aus dem gefährlichen Königreich 
  135. Heidi
  136. Das Durchdrehen der Schraube
  137. Der kleine Lord 
  138. Die Dschungelbücher 
  139. Klein Dorrit
  140. Unser gemeinsamer Freund 
  141. Flavia De Luce 1
  142. Gesammelte Märchen der Gebrüder Grimm
  143. Keltische Märchen
  144. Irische Märchen
CD

  1. Beethoven - Komplettausgabe
  2. Chopin - Rubinstein
  3. Chopin - Komplettausgabe
  4. Liszt - Komplettausgabe
  5. Grieg - Klavierwerke
  6. Clara Schumann - Klavierwerke
  7. Tellefsen - Klavierwerke
  8. Mendelssohn - Lieder ohne Worte
  9. Brahms - Klavierwerke
  10. Brahms - Komplettausgabe
  11. Liszt Konzerte
  12. Faure
  13. Brahms - Kammermusik
  14. Scriabin - Solo Klavierwerke
  15. Grieg - PG
  16. Yiruma -River Flows in You
  17. Yiruma - Best Of
  18. Yiruma - Stay in Memory
  19. Yiruma - PNONI
  20. Yiruma - Reminiscent
  21. Bach - Das wohltemperierte Klavier
  22. Under a violet Moon
  23. Beethoven - Rubinstein
  24. Rubinstein - Nocturne
  25. Schumann - Jugendalbum
  26. Schubert - Violinwerke
  27. Schumann - Komplette Klaviermusik
  28. Faure
  29. Rachmaninoff  Komplettbox
  30. Mozart - Komplettbox
  31. Bach - Komplettbox
  32. Concert in Athen
  33. Felix und Fanny Mendelssohn Trio
  34. Fanny Mendelssohn - The Year
  35. Bach - Notenbüchlein
  36. Bill Evans - From Left to Right
  37. Kalkbrenner - Klavierkonzert I
  38. Kalkbrenner - Romantische Klaviermusik
  39. Kalkbrenner - Klavierkonzert II
  40. Kalkbrenner - Klaviersonaten
  41. Kalkbrenner - Kammermusik
  42. Bill Evans Alone
  43. Mendelssohn Konzerte
  44. Bill Evans und Stan Getz
  45. Schumann - Kinderszenen
  46. Bach - Konzerte
  47. Fanny Mendelssohn Klaviermusik
  48. Vince Guaraldi - Peanuts
  49. Mendelssohn Klavierwerke I
  50. Mendelssohn Klavierwerke II
  51. Mendelssohn Klavierwerke III
  52. Mendelssohn Klavierwerke IV
  53. Mendelssohn Klavierwerke V
  54. Mozart - Konzerte
  55. Weber - Klaviersonaten
  56. Weber - Violinsonaten
  57. Francis Paulend Klavierwerke
  58. Beatles - Alle Alben
  59. Fanny Mendelssohn Klavierwerke 
  60. Fanny Mendelssohn Klavierwerke Rauch
  61. Julian Fontana Klavierwerke I
  62. Julian Fontana Klavierwerke II
  63. Julian Fontana Klavierwerke III
  64. Ghost of a Rose
  65. Shado of the Moon
  66. The Village Lantern
  67. Secret Voyage
  68. Fire at Midnight
  69. Dvorak - Kammermusik
  70. Bill Evans - Symphonie Orchester
  71. Silfra
  72. Ravel - Komplettbox
  73. Vivaldi - Komplettbox
  74. Tschaikowsky - Komplettbox
  75. Songs from a secret Garden
  76. White Stones
  77. Batik
  78. Glassworks
  79. Träumerei
  80. Earthsongs
  81. Winter Poem
  82. Dreamcatcher
  83. Once in a Red Moon
  84. Dawn of a new Century
  85. Mendelssohn Sonaten
  86. David Benoit Masterpieces
  87. Jazz for Peanuts
  88. Heroes
  89. Conversation
  90. The Best of David Benoit
  91. Earthglow
  92. Full Circle
  93. Freedom at Midnight
  94. Scriabin Klavierwerke
  95. Lyadov
  96. Silencio
  97. Bill Evans Trio
  98. George Winston - December
  99. George Winston - Ballads
  100. George Winston - Summer
  101. George Winston - Montana Love Story
  102. George Winston - Forest
  103. George Winston - Vince Guaraldi
  104. Night Song
  105. Dvorak Klavierwerke
  106. Ludovico Einaudi - Le Onde
  107. Ludovico Einaudi - I Giorni
  108. Ludovico Einaudi - Eden Roc
  109. Ludovico Einaudi - Una Mattina
  110. Ludovico Einaudi - Nightbook
  111. Ludovico Einaudi - Islands
  112. Ludovico Einaudi - In a Time Lap
  113. Hugh Laurie
  114. Tati
  115. Tord Gustavsen - Extended Circle
  116. Tord Gustavsen - The Well
  117. Tord Gustavsen - The Ground
  118. Tord Gustavsen - Changing Places
  119. Tord Gustavsen - Restored, Returned
  120. Tord Gustavsen - Being There
  121. Tingvall Trio - Beat
  122. Tingvall Trio - Norr
  123. Tingvall Trio - Skagerrak
  124. Tingvall Trio - Vattensaga
  125. Tingvall Trio - Vägen
  126. Songs of March and Melancholy
  127. Bill Evans Undercurrent
  128. Schubert Clara Klavierwerke
  129. Cecile Corbel - Song Book 1
  130. Cecile Corbel - Song Book 2
  131. Cecile Corbel - Song Book 3
  132. Cecile Corbel - Song Book 4
  133. Cecile Corbel - Harpe Celtique
  134. The Pilgrim and the Stars 
  135. Christian Scott - Rewind That
  136. Christian Scott - Yesterday you said
  137. Christian Scott - Anthem
  138. Lost Heroes
  139. River of Anyder
  140. Blackmores Rainbow
  141. In dunklen Träumen
  142. The Piano Solo
  143. EST - Viacticum
  144. EST - Seven days of Falling
  145. EST - Strange Place for Snow
  146. EST - 301
  147. EST - Winter in Venice
  148. EST - Leucocyte
  149. EST - When everyone has gone
  150. Hiromi - Move
  151. Hiromi - Voice
  152. Hiromi - Spiral
  153. Hiromi - Time Control
  154. Chihiro Yamanaka - Abyss
  155. Chihiro Yamanaka - Forever Begins
  156. Chihiro Yamanaka - Reminiscence
  157. Jacob Karlzon - More
  158. Jacob Karlzon - The Big Picture
  159. Jacob Karlzon - Heat
  160. Wollny - Weltentraum
  161. Wollny - Wunderkammer
  162. Wollny - Wasted and Wanted
  163. Duo on Noir
  164. Oregon Winter
  165. Nausicaa
  166. Bill Evans Belive in Spring
  167. White Tree
  168. Olafur Arnalds - For Now I am Winter
  169. Olafur Arnalds - Living Room Songs
  170. Olafur Arnalds - And they have escaped the weight of darkness
  171. Olafur Arnalds - Found Songs
  172. Henselt - Klavierwerke
  173. Vilde Frang Violinkonzerte I
  174. Vilde Frang - Violinkonzerte II
  175. Vilde Frang - Violinsonaten
  176. Mendelssohn Streichquartett
  177. Ketil Bjornstad - The Nest
  178. Ketil Bjornstad - Floating
  179. Ketil Bjornstad - The River
  180. Ketil Bjornstad - Night Song
  181. Ketil Bjornstad - Epigraphs
  182. Ketil Bjornstad Remembrance
  183. Ketil Bjornstad - Vindings Music
  184. Ketil Bjornstad - Devotions
  185. Ketil Bjornstad - The Rainbow
  186. Ketil Bjornstad - Early Piano Music
  187. Miles Davis Komplettausgabe I
  188. Fanny Mendelssohn Klavierwerke II
  189. John Field Klavierwerke
  190. John Field Konzerte
  191. John Field Nocturnes
  192. Britten - Orchesterwerke
  193. Emanuel Bach - Komplette Klavierwerke
  194. Triosence - Turning Point
  195. Triosence - When you come home
  196. Triosence - Away for a while
  197. Nils Gade Klavierwerke I
  198. Nils Gade Klavierwerke II
  199. Nils Gade Klavierwerke III
  200. Czerny Sonaten I
  201. Czerny Sonaten II
  202. Czerny Klavierwerke
  203. Nils Petter Molvaer - Baboon Moon
  204. Nils Petter Molvaer - Switch
  205. Nils Petter Molvaer - Hamada
  206. Nils Petter Molvaer - Solid Ether
  207. Child of Light Soundtrack
  208. Czerny Symphonien
  209. Czerny Nocturnes
  210. Czerny Op. 740
  211. Saint Seans Klavierwerke Komplettbox
  212. Saint Seans Violinwerke
  213. Atterberg Konzerte
  214. Atterberg Symphonien
  215. Atterberg Streichquartett
  216. Bruch - Symphonien
  217. Bruch - Konzerte
  218. Bruch - Violinkonzerte
  219. Schumann - Violinwerke
  220. Beethoven - Gulda
  221. Weber Klaviermusik I
  222. Weber Klaviermusik II
  223. Weber Klaviermusik III
  224. Weber - Konzerte
  225. Clara Schumann Klaviertrio
  226. Paganini Solowerke
  227. Paganini Konzerte
  228. Granados Komplettbox
  229. Maria Szymanowska Klavierwerke
  230. Weber - Overtüren
  231. Sinfonia Per Archi - Atterberg
  232. Klavierwerke - Stenhammar 
  233. Shine - Jacob Karlzon

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Akte X - Der Film


Akte X - Der Film handelt von den Geschehnissen zwischen der fünfsten und sechsten Staffel der Fernsehserie und behandelt viele offene Fragen. Was bewirkt das schwarze Öl, welches in der Serie auch als schwarzer Krebs bekannt ist, was geschah mit dem "Well Manicured Man" und wie weit ist die geplante Kolonisierung durch Außerirdische bereits fortgeschritten? Die Handlung beginnt, als in Texas ein kleiner Junge in eine Höhle stürzt und plötzlich von einer schwarzen Substanz umgeben wird. Bereits nach kurzer Zeit wird das gesamte Gebiet unter Quarantäne gestellt und betroffene Personen von der Unglücksstelle entfernt. Währenddessen müssen Mulder und Skully, welche zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit den X-Akten betraut sind, bezüglich einer Bombendrohung ermitteln, welche leider ein fatales Ende nimmt und den Tod von mehreren Menschen verursacht. Mulder ist davon überzeugt, dass sich keine Personen im Gebäude befunden haben können und sowohl er, als auch Skully, müssen nun beweisen, wie es zu dieser Katastrophe gekommen ist. Währenddessen beratet sich C.G.B. Spender, den Fans als "Der Krebskandidat" bekannt, und das Syndikat, welches in Akte X seit jeher im Hintergrund ihre Fäden ziehen, wie sie mit der neuen Situation bezüglich des schwarzen Öls und des tatsächlichen Effekts, sowie mit der Kolonisierung umgehen sollen. Der "Well Manicured Man" soll schließlich die Situation mit Mulder klären. Dieser soll sich hingegen mit einem geheimen Informanten treffen und erfährt Dinge, welche ihn und seine Partnerin nicht nur in Lebensgefahr, sondern auch der lang ersehnten Wahrheit näherbringen. Mehr kann an dieser Stelle auch nicht erörtert werden, da die Handlung des Films massive Spoiler und Parallelen zur Serie beinhaltet.

Die Inszenierung von "Akte X - Der Film" ähnelt jener der Serie und auch die Chemie zwischen den beiden Protagonisten bleibt bestehen. Im Grunde ähnelt der Film den bekannten Staffel-Finalen, nur dass lose Episoden aneinandergereiht wurden. Zumindest hatte ich dieses Gefühl beim Ansehen. Die Spannung wird sehr langsam aufgebaut und das eigentliche Ende wirkt etwas abrupt, was jedoch die Qualität des Films nicht besonders beeinträchtigt. Dem Zuseher sollte jedoch bewusst sein, dass Vorkenntnisse der Serie essentiell sind und der Filme nicht einmal annähernd die gleiche Atmosphäre entfaltet, wie sie Fans verspüren werden. Charaktere wie der Krebskandidat, der Well Manicured Man oder die Protagonisten werden erst mit den Hintergrundinformationen der Serie interessant. Im Großen und Ganzen ist Akte X - Der Film eine interessante Ergänzung der Serie, welche aber ebenso in drei Episoden zu einer Staffelfinale hätte spielen können. 

Ame & Yuki


Ame & Yuki (2012) ist ein ruhiger, angenehmer Anime, welcher den Zuseher mit einem wohligen Gefühl zurücklässt und sich sehr auf die Emotionen der Charaktere konzentriert. Wer sich mit der Geschichte des Films einlässt, wird mit einem Anime belohnt, welcher auf ganzer Linie überzeugt. Ame & Yuki beginnt mit einer Rückblende, in welcher die Mutter von Ame und Yuki, eine Studentin namens Hana, ihren zukünftigen Mann kennenlernt und sich ihm langsam nähert. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt, ist, dass es sich bei ihm um einen Wolfsmenschen handelt, welcher sowohl als Mensch, wie auch als Wolf leben kann. Je nach Bedarf. Dieses Kriterium kann ihre Liebe jedoch nicht beeinträchtigen und so werden schon bald ein Mädchen namens Yuki (Schnee) und ihr jüngerer Bruder Ame (Regen) geboren. Leider ist das Schicksal des Öfteren grausam und der Vater der Kinder stirbt kurz nach Beginn des Films, worauf Hana sich alleine um ihre Kinder kümmern muss, was nicht immer einfach ist. Wären die menschlichen Eigenschaften noch relativ einfach zu handhaben, bereiten die tierischen Verhaltensweisen schon bald Probleme. Nächtliches Heulen, Beschwerden wegen angeblicher Haustiere und das Jugendamt macht sich ebenfalls sorgen. Da sich die Mutter um ihren Nachwuchs sorgen muss, kann sie auch keiner Arbeit nachgehen und die Ersparnisse ihres Mannes neigen sich langsam dem Ende zu. Da das Geheimnis um Ame und Yuki immer schwieriger zu hüten ist, beschließt Hana, auf das Land zu ziehen. Hier können sich die Kinder auch richtig entwickeln und während Yuki sehr aktiv und energisch ist, wirkt Ame introviert und kränklich, benötigt immer den Schutz der Mutter.

Doch die hilfsbereiten Nachbarn beginnen schon bald, sich um die alleinstehende Mutter zu sorgen und unterstützen sie. Die weitere Handlung beleuchtet die Erziehung der Kinder, ihre Entwicklung und die Liebe der Mutter zu ihren Kindern, welche sich im Laufe der Handlung entscheiden müssen, ob sie als Mensch oder Wolf leben möchten. Neben den sympathischen Figuren, überzeugt besonders die grafische Gestaltung und die ruhige Musikuntermalung. Die Atmosphäre des Films wechselt stets zwischen wärmenden, lustigen und nachdenklichen Szenen, ohne zu ernste Inhalte zu beleuchten. Wie bereits erwähnt, konzentriert sich der Film ausschließlich auf die Charaktere und ihre Emotionen. Action oder zu übertriebene Inhalte (abgesehen von der Tatsache, dass es sich bei den Kindern um Wolfsmenschen handelt), sollten nicht erwartet werden. Sehr lobenswert ist auch die lange Spielzeit von zwei Stunden und ich persönlich kann an diesem Film keine nennenswerten Kritikpunkte entdecken und möchte auch nicht zwanghaft nach ihnen suchen. Der Film unterhält, hinterlässt ein schönes Gefühl, bietet eine nette Handlung und fesselt zwei Stunden an den Fernseher. Was erwartet der Zuseher mehr von einem Anime? Definitiv eine Kaufempfehlung.

12 Uhr mittags


12 Uhr mittags zählt zurecht zu den Klassikern unter den Western und konzentriert sich besonders auf die Darstellung der Bevölkerung und nicht auf übertriebene Duelle oder Actionelemente. Will Kane (Gary Cooper) arbeitet als Marshal in der kleinen Stadt Hadleyville und beschließt, ein neues Leben mit seiner Frau und Quäkerin Amy (Grace Kelly) zu beginnen. Die Stadt verlassen und ein friedliches Dasein genießen. Leider erfährt Kane, dass der berüchtigte Verbrecher Frank Miller (Ian MacDonalds), welchen er selbst inhaftiert hatte, begnadigt wurde und nun auf Rache sinnt. Er soll um 12 Uhr mittags mit dem Zug ankommen, an dessen Bahnhof bereits seine Bande auf ihn wartet (Lee van Cleef). Will Kane ist sich jedoch unschlüssig, ob er sich Miller stellen soll, da eine Auseinandersetzung mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich enden könnte. Auch seine Frau stellt ihn vor ein Ultimatum. Sollte Will sich für das Duell entscheiden und leichtsinnig sein Leben riskieren, wird sie ihn verlassen. Das nächste Problem ist, dass er offiziell gar kein Marshal mehr ist, da er schließlich die Stadt verlassen wollte. Diesen Umstand verwendet der Großteil der Bevölkerung auch als Ausrede, um ihm nicht helfen zu müssen. Selbst vermeintliche Freunde enttäuschen ihn und jene, welche Kane unterstützen möchten, sind entweder zu jung, betrunken, krank oder Herumtreiber. Will Kane scheint mit seiner Entscheidung alleine zu sein. Keine Hilfe, keine Unterstützung, nur Enttäuschungen. Währenddessen läuft die Zeit ab und es ist ungewiss, was um 12 Uhr mittags geschehen wird.

Gary Cooper verkörpert den Protagonisten Will Kane hervorragend und der Zuseher entwickelt sofort ein tiefes Sympathiegefühl, da seine Situation nachvollziehbar und schwierig ist. Nicht nur, dass er sein Leben oder seine Frau verlieren könnte, selbst wenn er die Stadt verlässt und flieht, so würde ihn Frank Miller und seine Bande mit hoher Wahrscheinlichkeit verfolgen. Aber auch diese Tatsache möchte niemand sehen. Die Inszenierung von 12 Uhr mittags ist ruhig und der Film lässt sich Zeit, die einzelnen Figuren und die Handlung nahezubringen. Nur der Antagonist selbst bleibt relativ blass, doch ist er im Grunde nur Mittel zum Zweck, um die Reaktion der Bevölkerung gegenüber eines Mannes zu beleuchten, welcher sie über Jahre hinweg beschützt hat. In schwierigen Zeiten entscheidet sich, wer tatsächlich zu einem Menschen hält. Die letzte halbe Stunde des Films ging zurecht in die Filmgeschichte ein. Auch wenn die Laufzeit nur 85 Minuten beträgt, so werden alle wichtigen Inhalte ausreichend beleuchtet. Wer Western mag und sich mit einem Film auseinandersetzen möchte, welcher dieses Genre revolutioniert hat, wird um 12 Uhr mittags nicht vorbeikommen.

Butch Cassidy and the Sundance Kid


Butch Cassidy and the Sundance Kid beruht nicht nur auf einer wahren Begebenheit, sondern besitzt ungewöhnliche Stilmittel und Kameraaufnahmen. Bei Butch Cassidy and the Sundance Kid handelt es sich um zwei Verbrecher, welche gegen Ende des 19ten Jahrhunderts mit ihrer Hole in the Wall Gang Banken und Züge ausrauben, auch wenn es gelegentlich zu Problemen in der Gruppe kommt. Während Butch sehr lebhaft und unbekümmert wirkt, verhält sich der Revolverheld Sundance Kid introvertiert und mürrisch. Leider begehen die beiden Komplizen einen fatalen Fehler, als sie zweimal denselben Zug ausrauben und den Besitzer gegen sich aufbringen. Dieser zögert nicht lange und setzt den berühmten Fährtenleser Lefors und mehrere erstklassige Männer auf die beiden Gesetzlosen an. Nachvollziehbar, da sie trotz aller Sympathie nun einmal Verbrecher sind. Während Cassidy nach Bolivien möchte, bevorzugt Kid Mexiko. Leider muss Bolivien noch warten, da sie ihre Verfolger bemerken und durch die Einöde gejagt werden. Ihr Ziel ist jedoch klar. Die Männer abhängen, Sundance Kids Geliebte abholen und in Bolivien ein neues, wenn auch noch immer gesetzloses Leben beginnen. Auf ihrem Weg erleben sie sowohl amüsante, wie auch ernste Begebenheiten und bis heute weiß niemand genau, was aus ihnen geworden ist.

Der Humor von Butch Cassidy and the Sundance Kid ist sehr gelungen und die beiden Freunde ergänzen sich hervorragend. Zum Beispiel fragt sich Butch, wie die Verfolger ihre Spuren auf einer Steinebene verfolgen können. "Ich kann das nicht. Kannst du das? Wieso können die das?". Die Dialoge zwischen den beiden Halunken laden häufig zum Schmunzeln ein und manchmal weiß der Zuseher nicht, ob es sich nun um eine Komödie oder im späteren Verlauf doch um einen ernsten Film handelt. Wie bereits erwähnt, verwendet der Film besondere Effekte, welche nur selten in dieser Form zu sehen sind. So wechselt die Farbgebung in besonderen Szenen in einen sepiafarbenen Ton oder gewisse Inhalte werden mit retuschierten Fotos wiedergegeben. Besonders das Ende ging in die Filmgeschichte ein und die Kameraarbeit von Conrad L. Hall (Road to Perdition) ist atemberaubend schön. Robert Redford und Paul Newman ergänzen sich hervorragend und verkörpern ihre Rollen sehr authentisch. Sie wirken tatsächlich wie zwei befreundete Komplizen, die sich bereits seit langer Zeit kennen und diese Sympathie ist jederzeit spürbar. Auch der Soundtrack ist ungewöhnlich (besonders die Musikuntermalung in Bolivien). Das Ende mag etwas abrupt wirken, doch tröstet die Inszenierung darüber hinweg.

Regie: George Roy Hill
Produktion: Paul Monash
Kamera: Conrad L. Hall
Musik: Burt Barachach
Produktionsjahr: 1969
Laufzeit: 105 Minuten

Paul Newman: Butch Cassidy
Robert Redford: Sundance Kid
Katharine Ross: Etta Place
Ted Cassidy: Harvey Logan
Cloris Leachman: Agnes
Strother Martin: Percy Garris
George Furth: Woodcock
Kenneth Mars: Marshal
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